Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

MARIA ENZERSDORF, NÖ. Im ersten Halbjahr 2015/201616 stieg die Stromerzeugung der EVN deutlich an. Viele Projekte werden demnächst umgesetzt. Unter anderem ein Großprojekt zur Wasseraufbereitung in Mazedonien.

Hoch hinaus geht es mit der Stromerzeugung bei der EVN. Foto: EVN Ascher
Hoch hinaus geht es mit der Stromerzeugung bei der EVN. Foto: EVN Ascher

Im ersten Halbjahr 2015/16 stieg die Stromerzeugung der EVN deutlich an. Hohe Bedeutung hatte dabei der Einsatz der thermischen Kraftwerke für die Lieferung von Ausgleichsenergie und für das Engpassmanagement – und damit zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie zur Unterstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie. „Auch in Zukunft werden wir unsere thermischen Kraftwerke für diese wichtige Aufgabe verfügbar halten“, verkündeten Vorstandssprecher Peter Layr und Vorstandsmitglied Stefan Szyszkowitz. So werden die thermischen Kraftwerke der EVN auch in den Sommermonaten 2016 und 2017 insbesondere zur Netzstabilisierung in Österreich auf vertraglicher Basis bei Bedarf eingesetzt werden. Ebenso muss die EVN Reservekapazitäten für den süddeutschen Raum bereitstellen. Einen witterungsbedingten Rückgang um 10,7 Prozent auf 966 GWh zeigte im Berichtszeitraum hingegen die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen, hervorgerufen durch ein merklich schwächeres Wind- und Wasserdargebot. Die Temperaturen lagen im Winterhalbjahr 2015/16 sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien über dem langjährigen Durchschnitt und wirkten sich damit tendenziell dämpfend auf die Absatz- und Umsatzentwicklung des Energieversorger aus.

Trotz eines Umsatzrückgangs um 2,3 Prozent auf 1.196,8 Millionen Euro konnte die EVN ihr EBITDA im ersten Halbjahr 2015/16 um 10 Prozent auf 422,4 Millionen Euro steigern. Einen Anstieg des operativen Ergebnisses verzeichneten dabei die Segmente Energiehandel und -vertrieb, Netzinfrastruktur Inland sowie Energieversorgung Südosteuropa. Das Konzernergebnis erhöhte sich damit im Berichtszeitraum um 14,8 Prozent auf 189,9 Millionen Euro. Im Bereich der erneuerbaren Stromerzeugung verläuft der Baufortschritt des Windparks Paasdorf-Lanzendorf nach Plan. „Aus heutiger Sicht werden wir diesen Windpark mit sechs Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 19,2 Megawatt im Lauf des heurigen Sommers in Betrieb nehmen können. Damit werden wir unserem Ziel, die Erzeugungskapazität aus Windkraft innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre von derzeit 250 MW auf über 300 MW zu erhöhen, wieder einen Schritt näher kommen“, so die EVN via Presseaussendung. Zum 1. Mai 2016 hat die EVN-Vertriebsgesellschaft in Österreich im Rahmen der EnergieAllianz Austria neuerlich Einkaufsvorteile aus den gesunkenen Großhandelspreisen für Erdgas durch eine Preissenkung an ihre Privatkunden weitergegeben. Nach den jeweils fünfprozentigen Energiepreissenkungen für Strom und Erdgas im letzten Oktober wurden die Erdgas-Arbeitspreise für Haushalte damit im Schnitt um weitere rund 7 Prozent gesenkt.

In der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich liegz der Fokus nachhaltig auf die weitere Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur. Deshalb investiert die EVN im Rahmen des im Geschäftsjahr 2013/14 gestarteten vierjährigen Investitionsprogramms zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Niederösterreich allein im Bereich der Wasserversorgung mehr als 50 Millionen Euro in Leitungen und sonstige Anlagen. So werden die Kunden künftig beispielsweise von der gesteigerten Leistungsfähigkeit der Pumpwerke im Waldviertel profitieren. Ebenfalls planmäßig schreitet die Errichtung der Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya voran, die im Juni den Probebetrieb aufnehmen und die Wasserqualität steigern sowie die Wasserhärte deutlich reduzieren soll.

Im Umweltgeschäft konnte die EVN im Berichtszeitraum einen wichtigen Erfolg auf internationaler Ebene verbuchen: Die EVN wurde als Generalunternehmer für die Planung und Errichtung von drei Abwasserbehandlungsanlagen in Mazedonien beauftragt. Die Projekte mit einem Auftragswert von insgesamt rund 20 Millionen Euro werden aus Fördermitteln der Europäischen Union zur Unterstützung des Beitrittskandidaten Mazedonien finanziert. Erfreuliche Ergebnisse brachte auch die Aktualisierung unserer Bonitätseinstufungen durch die Ratingagenturen Moody“s und Standard & Poor“s: Moody“s bestätigte im Februar 2016 das bisherige Rating A3 mit stabilem Ausblick, und auch Standard & Poor“s beließ in einer Analyse Anfang April das Rating für die EVN bei BBB+ und stabilem Ausblick. „Diese Einstufungen im guten Investment-Grade- Bereich sind eine Bestätigung für unsere solide Bilanzstruktur und Ertragskraft“, freuen sich die Verantwortlichen des Niederösterreichischen Energieversorgers.

Unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 weitgehend stabil erwartet. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklung in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis jedoch wesentlich beeinflussen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden