Pernkopf will Jobs durch Investitionsförderungen, Export-Offensiven und Initiativen für heimische Lebensmittel schaffen
ST. PÖLTEN. Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) zog heute im Landhaus aus Sicht seines Ressorts (Agrar, Energie und Umwelt, Katastrophenschutz) Bilanz über das vergangene Jahr und gab einen Ausblick auf die Schwerpunkte im Jahr 2017.

„2016 war für das Naturland NÖ ein Jahr der Rekorde. Wir hatten 2016 die sauberste Luft, die saubersten Flüsse und die sauberste Energie seit der Industrialisierung und können uns auch über die Rückkehr bedrohter Tierarten, einen Anstieg des Bio-Anteils in der Landwirtschaft und vieles mehr freuen“, sagte Pernkopf.
Renaturierungen und Hochwasserschutz
Pernkopf erwähnte die Feinstaubbelastung, die nicht zuletzt durch das seit 1. Jänner 2016 gültige Fahrverbot im Wiener Umland für Lkw mit einer Zulassung vor dem 1. Oktober 2001 verringert werden konnte. Als zweiten Punkt nannte der Umweltlandesrat den Umstand, dass im Vorjahr den Flüssen (nicht nur den großen Flüssen wie Donau, Ybbs oder Pielach) wieder mehr Raum gegeben worden sei: „Für Renaturierungen wurden im letzten Jahr 4 Millionen Euro beziehungsweise in den letzten sieben Jahren insgesamt 90 Millionen Euro ausgegeben, um die Umwelt sauberer, die Natur reicher und die Ortschaften hochwassersicher zu machen“. Heuer würden gemeinsam mit dem Bund und den Gemeinden 100 Millionen Euro in Renaturierungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen investiert werden. Mit dem Umweltdachverband wurde außerdem ein Regionalprogramm zur Erhaltung wertvoller Gewässerstrecken ausgearbeitet, damit Renaturierungen zukünftig erst gar nicht notwendig sind.
Europaweit Spitze bei erneuerbarer Energie
In Bezug auf die erneuerbare Energie erinnerte der Energie-Landesrat zunächst daran, dass bereits 2015 der Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt worden sei: „Mit 150 neuen Windrädern und 5400 weiteren Photovoltaik-Anlagen, die sauberen Strom für weitere 250.000 Haushalte bringen, haben wir aber auch 2016 nicht die Hände in den Schoß gelegt und halten aktuell bei 104 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie. Damit sind wir europaweit Spitze.“ Pernkopf kündigte an, erneuerbare Energien weiter auszubauen, um Atomenergie weiter zurück zu drängen und sich verstärkt um E-Mobilität und eine Novelle der Bauordnung, die den Einbau von Ölkesseln im Neubau verbietet, zu bemühen. „Wir setzen zu 100 Prozent auf Hackschnitzel, auf Nahwärme und auf Pelletsheizungen“, sagte er. All diese Bemühungen bewahrten aber nicht nur die Schönheit der Landschaft und brächten Sicherheit und Lebensqualität, sondern seien auch ein beträchtlicher Investitions- und Jobmotor: „Allein 2016 wurden in Niederösterreich durch Umwelttechnologie 2250 Bauprojekte auf den Weg gebracht, mehr als 1 Milliarde Euro investiert und damit nahezu 13.000 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise geschaffen, aktuell gibt es im Land 37.000 Green Jobs“, hielt der Landesrat fest.
Ausbau von Nationalparks
Als weitere punktuelle Highlights des Jahres 2016 nannte Pernkopf unter anderem die gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel gewachsene Kaiseradler-Population, 300 neu umgestiegene Bio-Landwirtschaftsbetriebe, 7500 private Haushalte mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen, 64.000 Unterschriften gegen Dukovany oder auch die 35.000 Teilnehmer beim Frühjahrsputz. 56.000 Tonnen Müll konnten wiederverwertet werden, was ebenfalls ein absoluter Spitzenwert in Europa sei. Auch Niederösterreichs Rang als Naturland Nummer eins werde ausgebaut: „Seit dem 1. Jänner ist der Nationalpark Donau-Auen um 260 Hektar größer, der Nationalpark Thayatal bekommt ein Ökopädagogisches Zentrum, der Weltnaturerbe-Status für das Wildnisgebiet Dürrenstein, das erste UNESCO-Naturerbe Österreichs, steht unmittelbar bevor.
Forderung nach Gesetzesnovelle und Agrar-Studium
Dazu will Pernkopf 2017 die Chance für heimische Betriebe erhöhen: Durch Investitionsförderungen im Bereich der ländlichen Entwicklung werden tausende Arbeitsplätze bei Handwerkern und Baufirmen geschaffen, 2017 wird mit Investitionsförderungen von 30 Millionen Euro insgesamt ein Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro ausgelöst werden. Mit Export-Offensiven werden die heimischen Produkte und Technologien im Ausland vermarktet und durch Initiativen für mehr heimische Lebensmittel (laut einer aktuellen Studie brächte ein Plus von 10 Prozent an heimischen Lebensmitteln 21.000 Arbeitsplätze) die Green Jobs weiter gesteigert. Der Landesrat forderte darüber hinaus neben einer Novelle des Ökostromgesetzes auch eine Agrar-Fachhochschule in Niederösterreich, die Agrartechnologie mit dem Schwerpunkt Digitalisierung unterrichtet. Träger seien die FH Wiener Neustadt gemeinsam mit der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Francisco Josephinum.


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