Geschäft bleibt großer Wunsch der Steffinger
ST. STEFAN. Nach gut einem halben Jahr ohne Lebensmittelgeschäft stellte St. Stefan der Bevölkerung ihrer Gemeinde und aus Teilen Afiesls die wichtige Frage: Ist ein Nahversorger im Ort angesichts Online-Einkaufsmöglichkeiten und Mobilität überhaupt noch ein Thema?

Im Mai 2017 hat das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort, der „Hable“, seine Pforten geschlossen und die allgemeine Situation in der Gastronomie könnte auch das Dorfwirtshaus in Bedrängnis bringen. Beginnend mit einer Bevölkerungsbefragung im Herbst haben die Steffinger die Zügel selbst in die Hand genommen. Diese zeigte, dass für 88 Prozent der Befragten ein Nahversorger in St. Stefan sehr wichtig oder wichtig ist.
Land OÖ ist am Zug
Gemeinsam mit Arcus wurde ein Konzept entwickelt, um wieder einen Nahversorger anzusiedeln. Ob es jedoch zu einem Revival des Geschäftes kommen wird, hängt noch von einigen – nicht in St. Stefan zu entscheidenden – Faktoren ab. „Das vorgelegte Konzept findet grundsätzlich die Zustimmung der zuständigen Fachabteilung des Landes. Eine Entscheidung soll noch im ersten Quartal des neuen Jahres fallen“, erklärt Bürgermeister Alfred Mayr.
Dorfwirtshaus ist essentiell
Dessen Bruder Willi führt das Dorfwirtshaus Mayrwirt, worüber die Steffinger ebenfalls befragt wurden. Gar 95 Prozent ist dieses wichtig oder sehr wichtig. Erfreut über dieses Ergebnis zeigt sich der Wirt. „Ich sehe mich dank der Umfrage in meinen Bemühungen bestätigt, andererseits weiß ich jetzt aber auch, wo ich den Hebel ansetzen muss, um unser Konzept weiter zu verbessern.“
Angebot wird erweitert
Konzerte und Kabarettveranstaltungen sind ebenso wie traditionelle Veranstaltungen oder Spezialitätenwochen bereits jetzt fixer Bestandteil im Jahresprogramm. „Ich werde mich bemühen, den Wünschen meiner Gäste in Zukunft noch mehr zu entsprechen. Deshalb wollen wir künftig jeden Sonntag neben dem traditionellen „Bratl in der Rein“ ein frisch gekochtes Menü anbieten. Außerdem ist mir die traditionelle Mühlviertler Küche wichtig, das werden wir forcieren“, sagt der Wirt.
Kaffeehaus am Wunschzettel
Ein wenig Kopfschmerzen bereitet Will Mayr der Wunsch nach einem Café. Zwar sind die Mehlspeisen des Juniorchefs weit über die Grenzen St. Stefans hinaus bekannt, ein eigenes Kaffeehaus kann er sich aber dort dennoch nicht vorstellen. Mayr: „Vielleicht können wir aber die Möglichkeit schaffen, am Samstagvormittag ein spezielles Angebot bei uns im Wirtshaus für Kaffeehaus-Fans zu etablieren.“


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