Radlobby Niederösterreich fordert 30 Millionen Euro Budget im Jahr
ST. VALENTIN. Die Radlobby Niederösterreich ist nun um eine 18. Gruppe reicher. Im Hotel zur Post fand vorige Woche das Gründungstreffen der Radlobby Enns-Donauwinkel statt.

Beim Gründungstreffen waren neben Karl Zauner, dem Vorsitzenden der Radlobby NÖ, auch St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ), zwei Vertreterinnen der Grünen St. Valentin, Mitglieder der seit fünf Jahren bestehenden Radlobby Enns und Radfahrer aus umliegenden Gemeinden wie Ernsthofen und Haidershofen anwesend. Gruppenleiter ist Lothar Hasenleithner aus St. Valentin.
Tempo-Limits in der Stadt
Die Teilnehmer äußerten ihre Wünsche zur Verbesserung des Radverkehrs in St. Valentin und Umgebung. Im Stadtgebiet würden die Autos zu schnell fahren, weshalb viele Radfahrer auf die Gehsteige ausweichen müssten. Geschwindigkeitsbeschränkungen seien daher notwendig. Die Menschen sollten stärker dazu angeregt werden, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren anstatt mit dem Auto. Erwähnt wurden auch ein Radweg nach Rems und Radboxen.
Intensive Verhandlungen
„Wir verordnen überall wo wir können 30 km/h-Begrenzungen“, sagte Suchan-Mayr. Ein Radschildkonzept werde ausgearbeitet, um Fahrtzeit und Distanzen für Radfahrer besser sichtbar zu machen. Für Kinderradanhänger gebe es eine Förderung. Außerdem stehen Gemeindemitarbeitern E-Bikes am Bauhof und am Gemeindeamt zur Verfügung. Für Radboxen habe man schon Angebote eingeholt. Bezüglich des Radwegs nach Rems habe man intensiv mit Grundeigentümern verhandelt. „Es spießt sich bei den Autobahnabfahrten und mit den Behörden“, so die Bürgermeisterin.
Mehr Budget für den Radverkehr
Karl Zauner schlug vor, dass die Radinfrastruktur auf Landesstraßen in der Verantwortung des Landes NÖ liegen und die Zuständigkeit nicht auf die Gemeinden abgewälzt werden sollte. Die Gemeinden sollten für verbleibende Gemeindestraßen beraten und der Rad- und öffentliche Verkehr stärker vernetzt werden. „2019 betrug das vom Land zur Verfügung gestellte Budget für den Radverkehr 2,7 Millionen Euro. Wir brauchen aber 30 Millionen“, so Zauner. Eine weitere Forderung der Radlobby sind fünf Radkompetenzzentren in NÖ, wo fachlich für den Radverkehr ausgebildete Personen die Errichtung von Radinfrastruktur in bester Qualität vorantreiben sollen. Österreichweit soll auf Landesstraßen ohne Radwege Tempo 80 gelten.


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