Steyrer Stadtarchivar präsentiert sein neues Buch auch im Steyrtal
KIRCHDORF/STEYR. In seinem Buch „Wohnraum für den Endsieg“ beschäftigt sich Stadtarchivar Raimund Locicnik mit den Bombenangriffen auf Steyr zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen Behelfsheimsiedlungen und Arbeitslagern. Am 9. und 11. Mai präsentiert er den Band im Steyrtal.

Für das Buch wertete Locicnik zeitgeschichtliches Aktenmaterial aus dem Verwaltungsarchiv der Stadt Steyr aus. Trotz der eng bemessenen Arbeitszeit gelang es ihm, sowohl ein wissenschaftlich fundiertes als auch spannend zu lesendes Buch zu schreiben.Auf 160 Seiten spannt Locicnik zunächst einen Bogen vom imposant beginnenden und ausgiebig propagierten Wohnbau am Beginn des Krieges über den Behelfsheimbau im Steyrtal bis hin zum Lagerbau bei der Holzwarenfabrik in Molln-Leonstein.
„Krieg am Himmel“
Den Luftangriffen der Amerikaner im Februar und April 1944 widmet der Autor viel Raum. Er beleuchtet den „Krieg am Himmel“ erstmals umfassend aus der Sicht der amerikanischen Bomberpiloten und der Einsatzstaffeln. Anschließend folgt der „Verwaltungskrieg“ zwischen den zahlreichen Institutionen und Behörden, die für den „Behelfsheimbau für Bombengeschädigte“ zuständig waren.
Eine Ergänzung für das Verständnis der Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bietet ein Auszug aus dem Tagebuch des niederländischen Zwangsarbeiters Jan van Aalderen, der in Steyr und Molln im Einsatz stand. Das Kapitel „Aufstieg und Fall des Stadtbaumeisters Karl Domweber“ setzt sich mit dem heiklen Thema der Entnazifizierung in der Stadtverwaltung auseinander. Erinnerungen von Zeitzeugen, zahlreiche Fotos und eine Nachbetrachtung runden das Buch ab.
Buch-Präsentation
Montag, 9. Mai, 20 Uhr
Steinbach/Steyr, Gasthaus Czerny
Mittwoch, 11. Mai, 20 Uhr
Leonstein, Gasthaus Latschenberger


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