Van der Bellen feiert mit Museum Arbeitswelt Jubiläum
STEYR. Die Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung ist Ausgangspunkt des Museum Arbeitswelt, das heuer 30 Jahre feiert. Der Bundespräsident beehrte den Festakt neben zahlreichen weiteren prominenten Festgästen.

Wie es ist, wie es war, wie es wird - das Museum Arbeitswelt feiert volle drei Dekaden unter einem Titel, das seinen heutigen Kern treffender nicht beschreiben könnte. Im revitalisierten Fabriksgebäude, das dem Politischen von Arbeit und ihrer Bedeutung für den Alltag im einzigartigen Flair Rechnung trägt, blickten heute beim Festakt Pioniere, Macher und politische Vertreter zurück.
„Wir Arbeiter haben einen Wert“
In den Siebzigerjahren gab eine Reise nach England bzw. dort der Besuch eines Industriemuseums den Impuls für das heutige Museum, das 1987 im Rahmen der oö. Landesausstellung „Arbeit Mensch Maschine: Der Weg in die Industriegesellschaft“ eröffnete. Einer der Köpfe, die sich wesentlich dafür einsetzten, ist Soziologe und Politiker Josef Weidenholzer. „Jetzt endlich denkt jemand an uns, wir Arbeiter haben einen Wert“, sei das Gefühl gewesen, das unter den Besuchern der damaligen Ausstellung spürbar war, erzählte Weidenholzer bewegt beim Festakt.
Die Entwicklung des Museums, das einen innovativen Bildungsauftrag verfolgt, lobte auch Bürgermeister Gerald Hackl. „Als Bezirksstadt braucht man Alleinstellungsmerkmale, etwas das einen aus der Masse heraushebt. Ein Museum dieser Klasse, mit dieser Breite und mit dieser internationalen Reputation - das muss man sich erst erarbeiten - ist von besonderem Wert, ein Mehrwert für die Stadt“, so Hackl, der nicht zuletzt von der Atmosphäre begeistert sei. Er überreichte Museumschefin Katrin Auer als Jubiläumsgeschenk das Steyrer Bummerl.
Bundespräsident ist Fan des MAW
Ehrengast Alexander Van der Bellen und Gattin Doris Schmidauer bewegten sich im Gebäude keineswegs auf neuem Terrain. „Ich war schon öfter in Steyr und komme immer wieder gerne in das Museum. Es lebt auf eine fast schon mystische Weise“, so der Bundespräsident. „Ein Museum bildet Vergangenes ab, muss sich aber auch entwickeln, es muss Anstöße geben, wohin die Reise gehen könnte. Und jedes Mal wenn ich hier herkomme, hat sich etwas Neues getan.“ Van der Bellen erzählte humorig, dann wieder ernst über persönliche Erinnerungen. So manches im Museum veranlasste ihn beim Rundgang dazu, die Erlebniswelt seiner eigenen Kindheit wieder zu entdecken. Über die Verschränkung von Technologie, Arbeitswelt und Alltag zu reflektieren, bleibt für ihn ein wichtiger Auftrag der weiteren Zukunft.
Künstlerin Gustav & Band sorgten im Museum Arbeitswelt mit Songs aus der „Proletenpassion“ für eine kraftvolle musikalische Umrahmung des Festes, bei dem rund 500 Gäste dabei waren.


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