Artenvielfalt: Biologen und Experten auf Schatzsuche im Nationalpark

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Mag. Angelika Mitterhauser Mag. Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 26.06.2019 12:33 Uhr

STEYR-LAND. Der Nationalpark Kalkalpen lud auch heuer Forscher und Experten einen Tag lang zur Suche nach möglichst vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ein. Besonders Ausschau gehalten wurde nach seltenen Käfern, Schmetterlingen, Wildbienen, Vögeln, Pilzen oder Schnecken.

Das Weißenbachtal im Reichraminger Hintergebirge stand diesmal im Mittelpunkt des Geschehens. Dieses Gebiet weist zwar keine ursprünglichen Waldgebiete auf, da es forstlich mehrfach genutzt wurde. Doch hat das Hochwasser 2003 die Forststraße im kleinen Weißenbachtal völlig weggespült und seither gibt es dort keine menschlichen Eingriffe mehr. Die Natur regeneriert sich in beeindruckender Geschwindigkeit. Wind und Schneedruck sorgten überdies für viel Totholz. Ein guter Grund nachzusehen, ob sich die Artenvielfalt erhöht hat und hoch spezialisierte Arten zurückgekehrt sind.

Erstmalige Nachweise

Betreut wurde die Aktion von Erich Weigand und Franz Sieghartsleitner vom Nationalpark Kalkalpen. Besondere Funde glückten den Käferexperten Andreas Eckelt, Gregor Degasperi und Heinz Mitter. Sie konnten erstmals für Oberösterreich die Holzkäfer-Urwaldreliktart Cerophytum elateroides bestätigen. Außerdem zum ersten Mal nachgewiesen wurde der Käfer Platydema violaceum und der seltene Laufkäfer Chlaenius nitidulus.

Klimawandel wirkt sich bereits aus

Die Schmetterlingsexperten Martin Schwarz, Norbert Pöll und Siegfried Ortner trafen mehrmals auf den in unseren Breiten überaus seltenen Segelfalter (Iphiclides podalirius), eine wärmeliebende Art. Die Raupe dieses schönen Tagfalters lebt auf den Blättern von Weiß- und Schlehdorn. Das in den letzten Jahren häufigere Vorkommen dieser Art, wie auch des Wespenbussards, der Störche oder Rotmilane deuten Biologen als klares Zeichen einer bereits deutlich vorangeschrittene Klimaerwärmung.

Bedrohte Vielfalt

Die Bedeutung des Artenschutzes zeigt sich anhand folgender Zahlen drastisch: Mehr als 33 Prozent der heimischen Wirbeltierarten und 40 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen gelten heute als gefährdet. Weltweit sterben jedes Jahr 27.000 Arten für immer aus. Die Zerstörung der Artenvielfalt sei ebenso schwerwiegend wie der Klimawandel wurde im April bei der Artenschutzkonferenz in Paris mitgeteilt. „Biologische Vielfalt ist die Lebensversicherung der Natur und letztendlich auch für uns Menschen“, warnten dort hunderte Experten.

Bedeutung der Schutzgebiete

„Für einige Arten hat der Mensch gerade noch rechtzeitig eine kleine Arche Noah gebaut, - nämlich größere Schutzgebiete wie die Nationalparks. Die bisherigen Erhebungen der Fauna und Flora belegen, dass unser mehrfach international anerkanntes Schutzgebiet von höchster Bedeutung für den Artenschutz ist. Dies gilt besonders für Waldlebensräume. Darum können wir und die Region auf den Nationalpark Kalkalpen auch besonders stolz sein“, sagte der renommierte Pilzspezialist Heinz Forstinger in seinem Eröffnungsvortrag „Pilze - mehr als eine Delikatesse“.

 

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