Orden verabschiedet sich von Steyr
STEYR. Das jahrhundertelange Wirken der Gesellschaft Jesu in Steyr ist zu Ende. Bei einem Dankgottesdienst in der Marienkirche und einem Festakt im Dominikanerhaus verabschiedeten sich die Jesuiten.

Die Präsenz der Jesuiten in Steyr erstreckt sich über zwei lange Zeiträume: 1631 eröffnete der Orden hier eine erste Niederlassung. In den folgenden Jahrzehnten führten die Jesuiten vor allem eine Schule für etwa 200 Schüler. Diese Phase endete mit der Aufhebung des Ordens 1773. Die damalige Jesuitenkirche ist heute die Pfarrkirche St. Michael, das damalige Ordensgebäude ist ein Gymnasium. 1814 wurde der Jesuitenorden vom Papst wiedererrichtet. Nach der Aufhebung des Dominikanerklosters in Steyr bot Bischof Franz Josef Rudigier von Linz den Jesuiten anno 1865 die Marienkirche an. Ein halbes Jahrhundert lang diente Steyr dann vorwiegend als Haus für jene Jesuiten, die in den Volksmissionen tätig waren. 1911 wurden die Volksmissionare auf verschiedene Kommunitäten aufgeteilt. In Steyr blieben vier Patres, die sich um die Seelsorge in der Stadt und um die Marianischen Kongregationen kümmerten.
Personelle Gründe
Nach dem plötzlichen Tod von Pater Paul Mühlberger vergangenen Dezember stellte sich für den Orden die Frage, wie die Seelsorge an der Marienkirche von den Jesuiten aufrechterhalten werden könnte. Nach vielen Beratungen und Gesprächen fiel der Entschluss, den Einsatz in der Stadt zu beenden und die Kommunität aufzulösen. Zuletzt waren Pater Josef A. Pilz und Pater Erich Drögsler in Steyr tätig.
Dankesfeierlichkeiten
Mit einem Dankgottesdienst in der Marienkirche und einem Festakt im Dominikanerhaus wurde jetzt das lange Wirken der Jesuiten in Steyr gewürdigt. Mit dabei: Bischof Manfred Scheuer, Bischof em. Maximilian Aichern, der Provinzial der Jesuiten in Österreich Pater Bernhard Bürgler, der Superior der Linzer Jesuitengemeinschaft Pater Peter Gangl, Stadtpfarrer Nikola Prskalo und Bürgermeister Gerald Hackl.


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