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STEYR. Wie treibt das Unbewusste jemanden in die absurdesten Beziehungen? Warum lieben wir, wen wir lieben? Was sind die Bedingungen von Liebe und ihres Scheiterns?

Eugen Schweiger arbeitet unter anderem als Gefangenenseelsorger in Garsten. Foto: Adelberger
Eugen Schweiger arbeitet unter anderem als Gefangenenseelsorger in Garsten. Foto: Adelberger

Mit diesen Fragen setzt sich der neue Roman des in Steyr lebenden Autors Eugen Schweiger, der sich als Gefangenenseelsorger und Psychotherapeut auch beruflich mit Lebensentwürfen beschäftigt, auseinander. Der Roman „Mama, schau, da verliert einer sein Bein!“ erzählt die Geschichte der Kinderkrankenschwester Dolores, welche bei einem Seminar den Geschichtsprofessor Georg kennenlernt.

Scherbenhaufen

Sie lebt in Scheidung, haust im Keller der gemeinsamen Wohnung mit dem Ex und fristet ihr Dasein bis zum nächsten geheimen Treffen mit diesem neuen Mann, in dessen Armen der Scherbenhaufen ihres Lebens einen Moment vergessen sein kann. Er hingegen ist von der Frage gequält, ob man Leidende schön finden darf und hält seinen überbordenden Emotionen für Dolores nur mittels der endlosen Betrachtung von Kirchtürmen stand.

Emotionales Desaster

Es ist die Brüchigkeit dieser zunächst hoffnungsvollen Romanze zweier normaler bürgerlicher Existenzen, die dann zunehmend in den Vordergrund rückt. Schauplätze aus Georgs und Dolores Kindheit zeigen auf, was diese beiden Menschen letztlich zu­einander führt und sie sehnsuchts- sowie unheilvoll aneinander bindet. Immer mehr kippen die Figuren in ein emotionales Desaster, löst sich die Grenze zwischen Fantasie und Realität, zwischen Kind- und Erwachsensein auf. Die „Entselbstung“ beider Protagonisten schreitet unaufhörlich voran.Vor allem Dolores“ kleine Tochter Ilvy ist nun gefordert, mit als kindlicher Raffinesse getarnter Unschuld, die fragile Balance ihrer Mutter auszugleichen.

Stille Heldin

Sie ist die stille, marginale Heldin dieses Romans und verhindert mit dem einen Satz „Mama, schau, da verliert einer sein Bein!“ das Schlimmste.Und doch: Die dramatische Tiefgründigkeit wird im Roman in humorvolle bis witzig skurrile Anekdoten verpackt. Dabei trifft man auf Howard Carpendale, Batman, den Papst, Grace Kelly, die drei Chinesen mit dem Kontrabass, Jürgen Drews und endet schlussendlich am Obersalzberg bei den Eliten der Nazi-Zeit.

Erhältlich im Buchhandel

Easy-Media Verlag

ISBN: 978-3-902773-43-2

247 Seiten, Preis: 16,30 Euro


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