Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

STEYR. Ruth Pohlhammer ärgert sich über eine mangelhafte Information seitens der zuständigen Behörden.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Am letzten Freitag um 14:59 bekam ich eine Nachricht von einer Freundin, die einen offiziell anmutenden Brief des Magistrats Steyr enthielt, in dem vor einer bakteriellen Belastung des Steyrer Wassers durch Enterokokken und Escherichia Coli gewarnt wurde und ein Abkochgebot des Wassers auferlegt wurde.

Sofort habe ich Bekannte in den zuerst als betroffen ausgewiesenen Stadtteilen Steyrdorf, Gründberg, Unterhimmel, Wehrgraben und Innere Stadt kontaktiert. Genau eine Person berichtete, dass sie mittels eines Flugblattes informiert worden war. Alle anderen fielen, so wie ich, aus allen Wolken.

Gefahr für Risikopersonen

Schnell beginnt man nachzurechnen: wieviel Wasser habe ich heute getrunken, und in welchem Stadtteil? Da ich eine Wasser- und Grüntee-Trinkerin bin, viel. Das Teewasser auf 75 Grad erhitzt, also nicht abgekocht. Ich bin allerdings eine gesunde Frau, ohne Vorerkrankungen und Probleme. Meine Mutter ist Diabetikerin und fast 80, also definitiv, wieder einmal, Risikoperson.

Ich bin noch schnell eine Runde durch die Nachbarschaft gegangen, um über Kontamination und Abkochgebot zu informieren.  Ein Ehepaar war bereits von einem Neffen angerufen worden, er hatte die Information aus den sozialen Medien bekommen. Meine anderen Nachbarn waren ebenso überrascht wie ich, konnten und wollten es erst gar nicht glauben.

Anrufe zwecklos

Anrufe bei den Stadtbetrieben gingen nicht durch, da liefen die Leitungen offensichtlich heiß, im Stadtservice war niemand mehr zu erreichen; schließlich ging ich auf die Website der Stadtbetriebe Steyr und da fand ich eine kleine Notiz zur Keimbelastung desTrinkwassers in Steyr.

Es war mittlerweile 16:30 und ich wartete noch immer zuversichtlich auf eine offizielle Information per Lautsprecher, Flugblatt oder Ähnlichem. Aber nichts passierte.

Inzwischen gingen die Kanäle der sozialen Medien über, man informierte einander per Nachricht, Postings und Textnachrichten. Überall war der Tenor gleich: wann werden wir seitens der Stadt informiert?

Bekannte mit Symptomen

Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass eine Information per Flugblatt am Montag erfolgen würde; entsprechende Durchsagen wären bereits im Regionalradio und -fernsehen gemacht worden, außerdem steht es auch auf der SBS Homepage.

Viele Bekannte berichteten von diffusen Symptomen, die von Übelkeit, über Darmbeschwerden, bis zu Schüttelfrost, Brechreiz und Fieber reichten. Symptome, die in einigen Fällen allerdings schon ein zwei Tage zuvor aufgetreten waren.

Zusammenhang mit Krankenhaus?

Da drängen sich einige Fragen auf: wenn die Keimbelastung bei einer routinemäßigen Untersuchung der Trinkwasserqualität festgestellt wurde, wie die SBS Website verrät: in welchen Intervallen finden diese routinemäßigen Untersuchungen statt? Bestand die Keimbelastung etwa schon längere Zeit? Gibt es tatsächlich keinen Zusammenhang mit der Keimbelastung im Pyhrn Eienwurzen Klinikum von vor zwei Wochen? Ja, ich weiß, Krankenhäuser haben gewöhnlich eine separate Wasserversorgung, aber irgendwie scheint es doch recht unwahrscheinlich, dass die beiden Ereignisse innerhalb dieser kurzen Zeitspanne nichts miteinander zu tun haben.

Immer noch kein Flugblatt

Ich bin schockiert darüber, dass von offizieller Seite keine Information an die Haushalte ergangen ist. Und nein, ich habe kein Rezept, wie das am Besten gelinge könnte, aber ich hatte darauf vertraut, dass die Stadt einen Notfall-Informationsplan in der Schublade hat, dass noch vor dem Wochenende alles Menschenmögliche getan würde, um die Bewohner von Steyr zu informieren, um sicher zu stellen, dass auch und vor allem, gefährdete Personengruppen (chronisch Kranke und Ältere) rechtzeitig gewarnt werden. Denn auch wenn die Kontamination vergleichsweise gering ist, kann sie für Vorerkrankte eine massive Belastung darstellen. Mittlerweile ist übrigens Dienstag und in meinem Postkastl war kein Info-Flugblatt.

von Ruth Pohlhammer, Steyr


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
Michael
Michael
11.09.2020 18:21

Trinkwasser

Heute ist der 11.9 und leider bringt es die Stadt Steyr nicht zusammen , wie versprochen für diesen Tag die Bürger zu informieren.

Antworten
Claudia
Claudia
11.09.2020 19:19

Trinkwasser

Ich warte auch bereits seit dem Nachmittag auf die für heute angekündigte Informationen. Seit gestern früh riecht und schmeckt das Wasser im Bereich Krennsiedlung und dem Vernehmen nach auch am Tabor und weiteren Gebieten unheimlich penetrant nach Chlor.

n

Weitere Beiträge

Neuer Roman von Reichraminger Autorin

Neuer Roman von Reichraminger Autorin

REICHRAMING. „Schicksalsreise nach Abbazia“ heißt das neue Werk von Astrid Miglar, das am 24. September im Kampenwand Verlag erscheint.

Tips - total regionalRobert Hofer
Waldläuferbande Steyr startet in den Herbst

Waldläuferbande Steyr startet in den Herbst

STEYR. Unterschlupf bauen, Spuren lesen, Lagerfeuer, Tiere beobachten, lustige Geländespiele und vieles mehr: Langeweile gibt es bei der Waldläuferbande ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Schlüsselübergabe bei Unsereins am Tabor steht bevor

Schlüsselübergabe bei "Unsereins" am Tabor steht bevor

STEYR. 40 geförderte Mietwohnungen in bester Lage übergibt die städtische Wohnungsgesellschaft GWG am 23. September ihren neuen Mietern in ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Kleintierzüchter stellen in Kleinraming aus

Kleintierzüchter stellen in Kleinraming aus

KLEINRAMING. Der Rasse-Kleintierzuchtverein E23 Steyr lädt am 19. und 20. September ins Gasthaus zu Linde der Familie Panholzer nach Kleinraming ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Chris Steger kommt für Autogrammstunde nach Steyr

Chris Steger kommt für Autogrammstunde nach Steyr

STEYR. Das Einkaufszentrum Hey! Steyr veranstaltet am Freitag, 2. Oktober, von 16 bis 17 Uhr eine Autogrammstunde mit Musiker Chris Steger.

Tips - total regionalRobert Hofer
Ternberger leitet seit 15 Jahren Outdoor-Kurse beim Roten Kreuz

Ternberger leitet seit 15 Jahren Outdoor-Kurse beim Roten Kreuz

TERNBERG. Hermann Aschauer (63) aus Ternberg weiß, worauf es beim realitätsnahen Training ankommt. Seit 15 Jahren leitet er Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Weitere Beiträge