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STEYR. Die 17-jährige Loreta aus Steyr appelliert an die Politik: Mit so vollen Bussen dürfe es in Zeiten einer Pandemie nicht weitergehen.

Der Testbetrieb der Verstärkerbusse für die Linie 2b in Steyr läuft noch bis nach den Herbstferien. Foto: Tips

Die junge Schülerin wundert sich nicht, dass ihre Heimatstadt auf der Corona-Ampelkarte Orange aufleuchtet. Wenn sie mit dem Bus den Schul- und Nachhauseweg bewältigt, gehe sie jedes Mal mit Fremden auf Tuchfühlung: „Drinnen sind locker 70 Menschen, man kann sich nicht einen Zentimeter bewegen. Das ist krank!“, klagt sie.

Ans Abstandhalten sei nicht zu denken, schildert sie ihr Unbehagen. Als Konsequenz warte sie oft auf den nächsten Bus, doch der sei üblicherweise wieder überfüllt. „Dasselbe beim übernächsten Bus und so weiter.“ Hinzukämen Mitfahrende, die ihren Mund-Nasen-Schutz falsch oder gar nicht tragen würden und doch angeregt plaudern. „Dass Speichel-Tröpfchen schon beim Ausatmen auf anderen landen können, kann man in jedem Buch über Mikrobiologie lesen“, so Loreta.

Sorge um Familie

Sie sorgt sich nicht so sehr um sich selbst. Vielmehr macht es ihr zu schaffen, möglicherweise ihre 70-jährige Oma anzustecken oder ihre Eltern, die beide gesundheitlich vorbelastet sind. „Sie gehören zur Risikogruppe“, so die 17-Jährige. Dass andere so unbekümmert seien, ist ihr unbegreiflich. Viele Jugendliche hätten doch sicher auch jemanden aus der Risikogruppe in der Familie. „Es wird immer Leute geben, die nicht an Corona glauben und auf ihre Masken pfeifen.“ Abstand halten zu können, wäre Loreta deshalb umso wichtiger. „Leider ist im Bus nicht mal ein halber Meter möglich.“ Die 17-Jährige hofft auf eine Lösung, ehe es zum neuerlichen Lockdown kommt.

„Platz vernünftig nutzen“

Der Magistrat kennt das Problem der mit Schülern vollen Busse. Ende September haben daher die Steyrer Stadtbetriebe zwei zusätzliche Busse für die Morgenstunden in den Testbetrieb geschickt (Tips berichtete). Und zwar für die Linie 2b, die vom Busbahnhof übers City Point und die Schwimmschule Richtung Krankenhaus führt. „Diese Linie hat die meisten Probleme, weil entlang der Route neben den Höheren Schulen auch mehrere Pflichtschulen liegen“, so Vizebürgermeister Wilhelm Hauser, zuständig für die Stadtbetriebe. „Wir beobachten die Situation und haben Verstärkerbusse in Steyr eingeteilt. Bildaufnahmen zeigen aber auch, dass gerade junge Nutzer den Platz im Bus nicht vernünftig besetzen, etwa oft an den Türen stehenbleiben und nicht bis ans Busende gehen. Da bräuchte es fast einen Ordnerdienst“, so Hauser.

Er appelliert an die Schüler, die Fläche in den Bussen mit Rücksicht auf andere voll auszunutzen. Stadtbusse-Betriebsleiter Kurt Buchner ergänzt: „Der Elefantenabstand wird im Bus nicht ganz perfekt funktionieren.“ Seit Verstärkung der Linie 2b seien aber die Beschwerden ausgeblieben.

„Kurze Wege zu Fuß gehen“

Loretas Leserbrief hat auch auf Facebook Reaktionen ausgelöst. „Als Alternative könnten ja die Schüler, die eh den ganzen Tag sitzen, ein paar hundert Meter zu Fuß gehen“, so ein Kommentar mit Bezug auf die mitunter sehr kurzen Busfahrten. Ältere müssten für den Weg zum Arzt nicht unbedingt den Bus um 7 Uhr nutzen, so eine andere Leser-Meinung.


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