Corona-Krisenstab der Stadt Steyr arbeitet auf Hochtouren

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Angelika Mitterhauser Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 29.10.2020 16:01 Uhr

STEYR. „Wir verzeichnen seit rund einer Woche leider täglich 20 und mehr Neuinfektionen, wodurch unser personell laufend aufgestocktes Contact-Tracing beinahe rund um die Uhr gefordert ist“, sagt Bürgermeister Gerald Hackl.

Mit aktuell 149 positiven Fällen, 657 Personen in Quarantäne sowie 781 identifizierten Kontaktpersonen müsse man eine aktuell negative Entwicklung zur Kenntnis nehmen, so der Stadtchef. Dank hervorragender Arbeit des ab November 24-köpfigen Contact-Tracing-Tems (derzeit 22 Mitarbeiter) habe die Stadt die Situation aber noch gut im Griff.

Immer mehr nicht nachvollziehbare Infektionen

Von den aktuell 657 Menschen, die sich per Bescheid in Quarantäne befinden, sind etwa 86 Prozent Personen, deren Ansteckungsquelle eruiert und somit auch die Kontaktpersonen nach Ansteckungsgefahr klassifiziert werden konnten. Bei 14 Prozent der Fälle konnte der Ansteckungsgrund der Betroffenen nicht mehr nachverfolgt werden. Tendenz steigend.

Steyrer Altenheime

Die 360 Plätze umfassenden drei Alten- und Pflegeheime kamen bisher recht gut durch die Pandemie. Aktuell wurden jedoch zwei Mitarbeiter im Alten- und Pflegeheim Münichholz positiv getestet, weshalb sämtliche Mitarbeiter in der Verwaltung einem Corona-Test unterzogen werden. Darüber hinaus mussten zwei Bewohner räumlich abgesondert werden, da sie direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

Keine 100-prozentige Sicherheit

„Wir haben die Besuchsregeln schon vor der neuen Verordnung relativ streng ausgelegt. Also mit Registrierung des Besuchers und maximal einstündiger Besuchszeit. Aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht. Das trifft auch auf das Personal zu, das natürlich über soziale Kontakte außerhalb der Pflegeheime verfügt und sich auch bei größter Vorsicht nicht 100-prozentig vor Ansteckung schützen kann“, so Hackl.

Erste Fälle in Kindergarten und Verwaltung

Einen ersten Schul-Cluster gibt es leider im BRG Steyr. Es sind mehrere Klassen betroffen. 30 Schüler und ein Lehrer wurden bisher positiv getestet, viele Kontaktpersonen abgesondert. Eine Sperre der Schule ist derzeit nicht angedacht.

In den Steyrer Kindergärten gab es gestern den ersten Corona-Fall. Eine Kindergartenpädagogin wurde positiv getestet. Daraufhin wurde ihre Betreuungsgruppe geschlossen und der gesamte Kindergarten gründlich desinfiziert. Die Eltern wurden umgehend informiert.

Eine corona-positive Mitarbeiterin des städtischen Verwaltungspersonals begab sich sofort in Quarantäne. Tests bei Kontaktpersonen verliefen allesamt negativ.

Zusammenarbeit vorbildlich

Ganz ausgezeichnet, so Hackl, sei die Zusammenarbeit der Stadt als Bezirksbehörde mit den Verantwortlichen des Landeskrankenhauses, des Roten Kreuzes, der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr. Neben der wöchentlichen Zusammenkunft des Krisenstabes in großer Runde finde zwischen den Institutionen ein permanenter Austausch statt – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Drive-In-Teststraße jetzt auch am Wochenende

Das Rote Kreuz hat seit Eröffnung der Covid-Drive-In-Teststraße Ende März nicht weniger als 2.573 Tests durchgeführt. Dazu kommen noch 787 mobile Testungen. Sämtliche Tests erfolgen nur auf behördliche Zuweisung.

Aufgrund des deutlich steigenden Bedarfes wird ab dem kommenden Wochenende auch samstags und sonntags getestet. Falls es die Situation erfordert, kann die winterfeste Teststraße auf dem Gelände der Stadtbetriebe kurzfristig auch auf die doppelte Kapazität erweitert werden.

Polizeiliche Lokalkontrollen

Überaus wertvoll sei auch die Unterstützung durch die Steyrer Polizei. Vor allem die Kontrollen von Nachtlokalen auf Einhaltung der Covid-19-Regeln, mit und ohne Unterstützung der Gesundheitsbehörde, sind wichtige Präventivmaßnahmen, so Hackl. Es wurden bereits 25 Übertretungen festgestellt. Bislang verhängte Strafen belaufen sich auf insgesamt 7.000 Euro.

„Bitte Hygiene- und Abstandsregeln einhalten!“

Die Stadtverwaltung selbst habe kaum Möglichkeiten, die Regeln noch weiter zu verschärfen. Einzig das Home-Office wieder verstärkt anzuordnen, wäre eine Möglichkeit, die bei Bedarf kurzfristig umgesetzt werde. „Alles, was jetzt bundes- und landesweit noch diskutiert wird, wie neuerliche Schulschließungen, Vorverlegung der Sperrstunde, Mund-Nasenschutz-Pflicht im gesamten öffentlichen Raum oder gar ein zweiter Lockdown, könne nur von den übergeordneten Behörden verordnet werden“, stellt Bürgermeister Hackl klar.

Wünschen würde er sich verschärfte Maßnahmen nicht, so der Bürgermeister. Vielmehr ersuche er die Steyrer, weiterhin die Hygiene- und Distanzregeln zu befolgen und größere Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen zu meiden.

Kritik an Regierung

„Was wir alle gar nicht mehr brauchen, ist diese zur peinlichen Farce gewordene Ankündigungspolitik der Bundesregierung. Das gebetsmühlenartige Wiederholen der fast immer gleichen Fakten verärgert und demotiviert die Menschen und ist mittlerweile völlig kontraproduktiv“, so Hackl.

 

 

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