Wolfern ist beim Impfen Spitzenreiter im Bezirk
WOLFERN. Bürgermeister Karl Mayr spricht im Interview über die Corona-Situation, den Zusammenhalt in der Gemeinde und die Wohn- und Arbeitsplatzsituation in Wolfern.

Tips:Sie sind mit 71 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeister-Direktwahl deutlich in ihrem Amt bestätigt worden. Ihre Ziele für die nächsten sechs Jahre?
Karl Mayr: 71 Prozent sind natürlich ein gutes Ergebnis und ich bedanke mich für das Vertrauen in meine bzw. unsere Arbeit. Die nächsten sechs Jahre gibt es wieder viel zu tun. Wir werden neue und flexible Kinderbetreuungsplätze mit dem Ausbau des Kindergartens bzw. der Krabbelgruppe schaffen. Der Wohnbau und die Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen werden ein Schwerpunkt sein. Mit neuen Rad- bzw. Gehwegen und mit Querungshilfen soll vor allem für Fußgänger und Radfahrer die Verkehrssicherheit erhöht werden. Maßnahmen zum Katastrophen-Hochwasserschutz, die Ausstattung der Feuerwehren und Blackoutvorsorge sind ebenfalls wichtige Programmpunkte. Bei der Energieversorgung setzen wir auf Nachhaltigkeit wie Nahwärme, weiteren Ausbau der PV-Anlagen und Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Ganz wichtig ist auch das Miteinander in der Gemeinde, das durch Corona natürlich ein wenig zu kurz kam. Hier gilt es, durch Unterstützung der Ehrenamtlichen bzw. Vereine und Veranstaltungen die Gemeinschaft zu fördern bzw. zu stärken.
Tips:Wie schätzen Sie die Corona-Situation in der Gemeinde ein? Sind Sie mit der Impfrate zufrieden?
Karl Mayr: Leider befinden wir uns gerade mitten in der vierten Welle und so haben wir auch in Wolfern eine relativ hohe Anzahl an Infizierten. Bei der Impfquote sind wir im Bezirk Steyr-Land Spitzenreiter (Anm.: 63,1 Prozent Vollimmunisierte mit Stand am 1. November). Dafür möchte ich mich bedanken. Aber Corona macht vor den Gemeindegrenzen nicht halt und ich appelliere deshalb an alle, die Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen bzw. sich impfen zu lassen, um sich und andere zu schützen.
Tips:Welche Bau- bzw. Infrastruktur-Projekte laufen derzeit in Wolfern?
Karl Mayr: Im Wohnbau wächst das „Grüne Dorf“ Haus um Haus und viele Wolferner Bürger wie auch Neuzugezogene haben dort schon ihren Wohnsitz. In Summe werden rund 90 Wohneinheiten entstehen. Um vorausschauend den Bedarf decken zu können, sind weitere Projekte in der Planungsphase. In der Wolferner Wirtschaftszone (WWZ) hat die Firma Weinbergmaier erst kürzlich ihren Zubau in Betrieb genommen. Noch heuer wird nicht weit entfernt mit dem Bau eines Businessparks begonnen. Hier sollen sich vor allem Start-ups und kleinere Firmen ansiedeln. Und es gibt bereits die nächsten Grundstücksanfragen für eine Weiterentwicklung der WWZ.
Tips:Ist man in Sachen Kinderbetreuung gut genug aufgestellt?
Karl Mayr: Aus derzeitiger Sicht ja. Mit fünf Kindergartengruppen, einer Krabbelgruppe und mehreren Tagesmüttern können wir den Bedarf gut abdecken. Unter Berücksichtigung der Entwicklung der nächsten Jahre werden wir das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen dementsprechend aufstocken. Derzeit werden die Ideen gesammelt, wie und wo das stattfinden kann.
Tips:Wie steht es um die Wasserversorgung in der Marktgemeinde?
Karl Mayr: Die Ortswasserleitung in Wolfern wird aktuell aus drei Brunnen gespeist. Um den Bedarf auch in Zukunft absichern zu können, wurde in diesem Jahr ein vierter Brunnen mit einer entsprechenden Wassermenge erschlossen. Gleichzeitig wollen wir mit Querverbindungen zu unseren Nachbargemeinden Steyr im Süden und Hofkirchen im Norden die Versorgungssicherheit überregional ausbauen. Mit PV-Anlagen, Energiespeicher und Notstromversorgung soll auch bei Stromausfällen die Wasserversorgung sichergestellt werden.


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