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STEYR. Sabine Kieninger nimmt zum geplanten Wohnbau bei den Stadtgutteichen in Gleink Stellung.

 (Foto: feh)
(Foto: feh)

Neben den Steyrer Stadtgutteichen ist der Bau von 120 Wohnungen geplant. Der Bereich, in dem gebaut werden soll, ist als Brunnenschutzgebiet und als Naherholungsgebiet ausgewiesen. Der Architektenwettbewerb läuft bereits. Die GWG hat das Projekt initiiert und auf den Weg gebracht.

Klar, Schaffung von Wohnraum ist gut und wichtig. Aber warum werden in Steyr systematisch Wohnblöcke auf die grüne Wiese gestellt? Warum saniert die GWG nicht ihre alten leerstehenden Objekte, die bereits an Straßen und andere Infrastruktur angebunden sind? Warum wird die Stadt Steyr nicht sofort aktiv und stellt sich schützend vor die wenigen Ressourcen, die es im städtischen Raum noch gibt?

Es geht ums Gemeinwohl: Um einen intakten Naturraum, der für die Steyrer Bevölkerung Erholung ermöglicht, in dem im Sommer Wildblumen blühen, und Kleintiere und Insekten einen Lebensraum vorfinden. Und es geht um die grüne Lunge unserer Stadt, die Feuchtigkeit aufnimmt und Feuchtigkeit abgibt, genauso wie wir es brauchen. Dieser Lunge soll wieder ein Stück entfernt werden!

Dass unser Umgang mit Ressourcen uns ernsthaft in Gefahr gebracht hat, zeigen die Wetterphänomene ganz deutlich. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass der starke Temperaturanstieg, Trockenheit und Starkregenfälle eindeutig auf menschliches Verhalten zurückzuführen sind. Heute haben wir noch Einfluss darauf, mit welcher Heftigkeit uns unvorhergesehene Wetterereignisse in Zukunft treffen werden. Und letztlich auch darauf, wie lange wir und unsere Mit-Lebewesen noch auf dieser Erde existieren können.

Die im Steyrer Gemeinderat vertretenen Parteien haben sich vor der Wahl im September zu Zielen bekannt, die Klimaneutralität im Jahr 2040 ermöglichen sollen. In einem Punkt waren sich alle einig: Es sollen Maßnahmen gesetzt werden, die den Bodenverbrauch und die Versiegelung verringern. Versiegelte Flächen sollen renaturiert und wieder begrünt werden und Grünräume sollen geschaffen werden. Das Bekenntnis dazu kann man auf www.klimawahlen.at nachlesen.

Solche Zusagen sind an anderen Orten bereits Realität geworden. In vielen europäischen Städten werden Straßen rückgebaut zugunsten von Fahrradwegen und Grünstreifen, die gleichzeitig als Regenwasserspeicher dienen sollen. Versiegelte Plätze werden geöffnet, um Bäume zu pflanzen und den Stadtbewohnern wieder Luft zum Atmen zu verschaffen.

Was wir JETZT brauchen sind Politiker, die verantwortlich handeln und zu dem stehen, was sie vor der Wahl versprochen haben! Wir erwarten uns, dass dieses widersinnige Bauprojekt sofort gestoppt wird und stattdessen die Wahlversprechen zum Klima-und Umweltschutz umgesetzt werden! Wie sensibel die Steyrer Trinkwasserversorgung für über 46.000 Menschen ist und wie wichtig eine gute Trinkwasserqualität für unser aller Leben ist, mussten wir vor nicht allzu langer Zeit deutlich zur Kenntnis nehmen.

Wohnbauten ins Brunnenschutzgebiet zu stellen wäre da wirklich die Faust aufs Aug!

von Sabina Kieninger

(dahuatbrennt.at)


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