Seminarbäuerin gibt Begeisterung für das Kochen weiter
GAFLENZ. Seminarbäuerin Michaela Enöckl achtet beim Kochen auf Saisonalität, regionale und eigene Produkte sowie auf Abwechslung – und natürlich muss es schmecken.

Im November 2020 übernahm Michaela Enöckl mit ihrem Mann Stefan den Mühlbauer-Hof ihrer Eltern in Gaflenz. Derzeit werden am Bio-Milchviehbetrieb 18 Kühe mit eigener Nachzucht versorgt. Für heuer ist ein Stallneubau geplant, anschließend wird der Viehbestand aufgestockt. Der Alltag der Bäuerin ist vielfältig, neben Stallarbeit und melken gilt es auch Büro und Haushalt sowie die Erziehung der drei Kinder Theresa, Florian und Katharina unter einen Hut zu bringen. An ihrer Arbeit als Bäuerin schätzt sie die Abwechslung und das Leben mit den Jahreszeiten. Der Hof in Gaflenz ist schon über viele Generationen Lebensgrundlage, das soll auch in Zukunft so bleiben.
Flexibilität gefragt
Die Herausforderungen in der Landwirtschaft sind groß. „Man muss immer flexibel sein. Einerseits will man ein traditioneller, familiärer landwirtschaftlicher Betrieb sein – andererseits gibt es immer mehr Pflichten, etwa bei rechtlichen Sachen wie Aufzeichnungen“, erklärt Enöckl, die sich seit 2018 auch als Seminarbäuerin engagiert. „Für mich ist es eine Möglichkeit, Landwirtschaft zu kommunizieren und die eigene Begeisterung an heimischen Lebensmitteln und am Kochen an Kinder und interessierte Erwachsene weiterzugeben.“
Lebensmittel, die gut tun
Worauf die Seminarbäuerin beim Kochen achtet? „Es muss schmecken“, betont die 34-Jährige, für die Abwechslung, Saisonalität, eigene Produkte und Regionalität eine große Rolle spielen. „Ich versuche auch meinen Kindern immer wieder zu sagen, von wo die Lebensmittel kommen, warum manche Lebensmittel dem Körper guttun und man andere nur selten genießen sollte.“
Kurse für Klein und Groß
Als Seminarbäuerin hat die Gaflenzerin keine Spezialgebiete. „Meine Rezepte gehen quer durch die Bank. Besonders gerne mache ich aber Kekskurse für Klein und Groß.“ Ihr Wissen gibt Michaela Enöckl gerne weiter. „In den letzten Jahrzehnten sind viele Fähigkeiten und der Bezug zu unseren Lebensmitteln leider verloren gegangen. Ich möchte nicht nur Wissen, sondern auch die Fertigkeiten der richtigen Zubereitung und Verwendung weitergeben. Das Schöne an den Seminarbäuerinnenkursen ist, dass auch immer wieder selber mit angepackt werden soll. Lernen durch Tun.“
REZPTTIPP
Wok nordisch Fisch & Chips
LK OÖ, Georg Friedl, 4 Portionen
Zutaten: 600 g Fischfilet in Stücken ohne Haut (Saibling, Forelle, Wels), 4 mittlere Erdäpfel, je 2 gelbe und orange Karotten, 2 rote Zwiebeln, 1 kleines Stück Lauch, 1 Gurke (alternativ Senf- bzw. Salzgurken), 4 Stangen Stangensellerie (alternativ Knollensellerie), 1 säuerlicher Apfel in Spalten, Öl zum Anbraten (Raps, Traubenkern)
Gewürze: Kümmel, Dillsamen, Senfsamen; Kräuter: Dille, Schnittlauch, Petersilie, Estragon, Kapuzinerkresse; Soßenfinesse: ca. 100 ml süß & sauer; Beilagentipp: Einkornreis, Rollgerste
Zubereitung: Erdäpfel schälen und in kleine Würfel schneiden, Karotten in feine Scheiben oder Streifen, Zwiebeln und Lauch in Ringe schneiden. Gurke entkernen und in Ringe schneiden. Stangensellerie in feine Scheiben und Apfel in Spalten schneiden. Erdäpfelwürfel in Öl unter ständigem Schwenken braten. Sobald diese gar sind, Karotten, Zwiebeln und Lauch zugeben. Kurz rösten. Danach Gurken, Stangensellerie und Apfel beimengen. Mit Gewürzen verfeinern. Fisch zugeben, kurz durchschwenken und mit der Soßenfinesse vollenden. Frische Kräuter daraufgeben und mit Fischgrammeln und Erdäpfelchips toppen.
Infos und aktuelle Kochkurse unter www.seminarbaeuerinnen-ooe.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden