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WEYER. Die Enns ist seit Jahrtausenden Schauplatz des Lebens und des Vergehens. Der nun feierlich in Kastenreith eröffnete Weyrer Geh:Denk:Weg bringt seinen Besuchern ab sofort viel Spannendes darüber näher.

  1 / 4   Die symbolische GEH:DENK:WEG-Eröffnung, ein besonders feierlicher Augenblick für alle Festgäste (Foto: R. Grogger)

Geballte Geschichte auf engem Raum bietet der zweieinhalb Kilometer lange neue Themenrundweg mit neun Stationen, die von der Vergangenheit der Region erzählen. Gearbeitet wurde daran eineinhalb Jahre lang. Im Ennstal gibt es kaum eine Gegend, wo so viele historisch bedeutsame Situationen zusammenkommen. Der Weg startet bei der Katzensteiner Mühle, führt an der Ennsbrücke vorbei zum „Flößerfreithof“ (Flößerfriedhof), zurück zum ehemaligen Ennsmuseum und über einen ansteigenden Weg mit schöner Aussicht, unter der großen Brücke hindurch, zurück zur Mühle. 

Zahlreiche Experten, Zeitzeugen und auch Künstler waren in das Projekt eingebunden. Historiker Niklas Rafetseder vom BRG Waidhofen hielt zur Eröffnung eine aufwühlende Festrede.

Schreckliche Erinnerungen

An den Thementafeln des Geh:Denk:Weges findet man neben wissenswerten Infos auch QR-Codes für zusätzliches Bild- und Filmmaterial mit Interviews von Zeitzeugen. Zeitzeuge Sepp Stangl konnte beim Festakt zur Eröffnung nicht persönlich von den schrecklichen Todesmärschen durchs Ennstal berichten. Seine Erinnerungen wurden aber als Tonaufzeichnung eingespielt.

Stangl war damals sechs Jahre alt, er erlebte die Gräueltaten an Kriegsgefangenen in Kastenreith hautnah mit. Endlose Kolonnen erstreckten sich von der Kastenhöh bis in die Dipoldsau. Vor den Erschießungen wurde der Bub von den Aufsehern verjagt, er hörte aber die Schüsse. Die Leichen wurden bei der alten Ennsbrücke in den Fluss geworfen. Geschwächte wurden mit dem Gewehr niedergeprügelt. Wer nicht mehr aufstehen konnten, wurde erschossen oder in die Enns gestoßen.

Als weiterer Zeitzeuge erzählte der damalige Feuerwehrmann Fritz Wesely auf der Bühne über seine Erlebnisse vom dramatischen Einsturz der in Bau befindlichen Brücke über den Gaflenzbach im Jahr 1966, den er nie vergessen wird.

Entstehung des Geh:Denk:Weges

Die zündende Idee zum neuen Weg hatte Herbert Matzenberger. Zur Eröffnung sprach der Weyrer über seinen Einsatz für das Projekt und dankte dem gesamten Team, der Gemeinde und weiteren Unterstützern. Weitere Reden kamen von Eva Pötzl vom Tourismusverband Steyr + Nationalparkregion, Bürgermeister Gerhard Klaffner und LAbg. Regina Aspalter. Der Festakt wurde durch das Ensemble „WeyrEnnska“ von der Trachtenmusikkapelle Weyer und vom Vizeweltmeister auf der Steirischen Michael Sattler musikalisch umrahmt.

Die Segnung des Themenweges nahm Pfarrvikar Walter Dorfer vor. Das neue Angebot in der Region soll fixes Ziel von Schulklassen, Vereinen, aber auch Touristen und Privatpersonen werden.


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