Leserbrief: Rette sich wer kann
STEYR. Tips-Leser Rupert Federsel schildert in seinem Leserbrief seine Gedanken zu Umwelt, Klima und Politik.

Lasst uns also die Umwelt retten. Wer noch immer so denkt, der trennt uns, die „Krone der Schöpfung“ und die zu rettende Umwelt. Wir, und alles was noch existiert, wir sind diese Umwelt und nicht die Retter unserer Umwelt, sondern die bisher sehr erfolgreichen Zerstörer derselben.
Retten wir uns doch endlich vor uns selber. Nicht die Bienen und nicht die Maikäfer sind zu allererst zu retten, sondern unser hochnäsiger Mittelpunktwahnsinn. Wir sind Teil dieser Schöpfung, wie die Maikäfer und alles andere auch. Solange wir auch noch begeistert zuschauen, wenn am 1. Mai hunderte Motorräder über den Stadtplatz donnern, und wir auch noch applaudieren, solange unsere Politiker auf unsere Kosten in ihren Privatjets zu Umweltkonferenzen jetten, und wir zuschauen, sind wir Teil des Problems und nicht deren Lösung.
Vielleicht begreifen wir erst, wenn wir durstig auf dem trockenen Flussbett der Steyr sitzen und nach Wasser graben. Sollte es weiterhin Kriege geben, dann wird es um Nahrung und um Wasser gehen, um verhungern und verdursten. Sag nicht das sei zu negativ. Wenn wir schon was retten wollen, dann lasst uns erst die Menschheit vor sich selber retten, vor unseren alten Denkmustern, vor unserer Gier, vor unserer Angst voreinander und vor uns selber. So retten wir Bienen und Ameisen auch gleich mit. Aber nicht umgekehrt.
von Rupert Federsel, Steyr


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