Verwenden statt verschwenden – im Fairteiler ist für jeden was drin
STEYR. Lebensmittel teilen statt wegwerfen – das ist die Idee hinter der Plattform „foodsharing“. Die clevere Idee daran: Jeder kann Essen bereitstellen und alle dürfen sich bedienen. Auch Steyr hat einen sogenannten „Fairteiler“. Sinn und Zweck dahinter verrät Barbara Felton, die sich ehrenamtlich bei foodsharing engagiert.

„Im Fairteiler werden von uns foodsavern (übersetzt: Lebensmittel-Retter) gerettete Lebensmittel, aber auch solche aus Privathaushalten für alle zugänglich gemacht“, erklärt Felton. Im Fall von Steyr befindet sich dieser im Eingangsbereich links des Museums Arbeitswelt: Dort stehen Kühlschrank und Regale bereit.
Tips: Seit wann gibt es den Fairteiler im Museum Arbeitswelt und wie funktioniert dieser?
Barbara Felton: Den Fairteiler gibt es seit Beginn der Ausstellung „Future Food“ im Februar 2023. Gemeinsam mit dem Museumspersonal kümmern wir uns um die Reinigung und Instandhaltung sowie um die Frischequalitätsprüfung der Waren. Von Mittwoch bis Sonntag, jeweils 10 bis 22 Uhr, sind die Lebensmittel frei zugänglich. Wer schon vorab sehen möchte, was sich im Fairteiler befindet, kann sich über die Homepage – auch ohne Login – mit Hilfe der Kartenansicht alle Stellen ansehen, an denen Lebensmittel angeboten werden und auch welche Produkte gerade abholbereit sind. Gerade in Zeiten der Teuerung ist dies eine Möglichkeit, Haushalte zu unterstützen, die sich regionale oder biologisch produzierte Produkte nicht mehr leisten können.
Tips: Sind weitere Standorte im Bezirk geplant?
Barbara Felton: Derzeit nicht. Eventuell erfolgt ein Standortwechsel ins Kulturhaus Röda nach Ende der Ausstellung im Museum.
Tips: Wie kamen Sie dazu, sich ehrenamtlich für foodsharing zu engagieren? Und wofür steht dieses Projekt?
Barbara Felton: Ich habe über einen Linzer Freund von foodsharing erfahren und war begeistert von der Menge und Qualität an Lebensmitteln, die er dadurch bekommen hat. Darum wollte ich auch in Steyr eine Gruppe starten, die es vor drei Jahren noch nicht gab. Der eingetragene Verein mit Sitz in Köln startete die Initiative mit dem Ziel, Lebensmittelverschwendung am Ende der Produktionskette einzudämmen. Damit unterscheidet es sich zur Tafel oder dem SOMA, der Bedürftigkeit als Kriterium für die Vergabe und den Verkauf setzt. foodsharing ist nämlich grundsätzlich kostenlos und für jeden.
Tips: Wohin kann ich mich wenden, wenn ich mithelfen möchte und wie genau kann diese Mithilfe aussehen?
Barbara Felton: Über den Button „Mitmachen“ auf der Homepage von foodsharing.de kann man sich melden. So kann man etwa bei der Reinigung des Fairteilers vor Ort mithelfen – auch ohne ein aktiver foodsaver zu sein. Ansonsten braucht es eine Registrierung, ein bestandenes Quiz und drei Einführungsabholungen in verschiedenen Betrieben, bevor man einen Ausweis erhält, mit dem man sich über die Webseite zu Lebensmittel-Abholungen eintragen kann.
Tips: Gibt es in Steyr auch Lebensmittelhändler, die dieses Projekt unterstützen und Nahrungsmittel spenden?
Barbara Felton: Ja, erfreulicherweise haben wir in Steyr und Umgebung Kooperationen mit insgesamt sechs Betrieben – vom Supermarkt bis zum Restaurant ist alles dabei.
Tips: Laut Global 2000 landen rund ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel in der Mülltonne. Was kann jeder einzelne von uns tun, um dieser Lebensmittelverschwendung vorzubeugen?
Barbara Felton: Man sollte sich über die richtige Lagerung von Lebensmitteln informieren, Tipps für die Restlküche umsetzen, nicht in Großpackungen kaufen und dann die Hälfte wegwerfen – dafür besser mehrmals die Woche frisch einkaufen. Wichtig ist auch, das Mindesthaltbarkeitsdatum als solches nicht als Verbrauchsdatum zu missverstehen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt bereits aus, dass das Lebensmittel mindestens bis zu diesem angegebene Datum genießbar ist. Bei vielen Produkten läuft die Haltbarkeit weit darüber hinaus – am besten immer mit allen Sinnen prüfen, bevor es in der Tonne landet.


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