Kahlschlag an der Leite: Tradition vor Klimaschutz?
STEYR. „Mit großem Entsetzen mussten wir Bürger feststellen, dass entlang der Leite, vom Museumsbahnhof weg, massiv Bäume gefällt wurden“, schreibt Mike Stein aus Steyr in seinem Leserbrief.

Sicherlich, die Sicherheit der Passanten geht vor. Wenn Bäume morsch sind, müssen die Verantwortlichen handeln. Aber das Hauptproblem ist die mangelnde Kommunikation der Entscheidungsträger. Warum erfährt man darüber nichts vorab? Es wurde nirgends transparent kommuniziert, warum dieser massive Eingriff notwendig war.
Dadurch drängt sich ein Verdacht förmlich auf: Mussten die Bäume etwa weichen, damit die Museumsbahn freie Fahrt hat? Wir alle wissen, dass die Dampflok bei der Durchfahrt ordentlich Glut ausstößt. Ist es möglich, dass hier der Brandschutz oder die Sichtbarkeit der Bahn über den Erhalt unseres Baumbestandes für alle Bürger gestellt wurde?
Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Museumsbahn hat historischen Wert und die Betreiber leisten sicher ihren Beitrag zum Tourismus. Aber wir schreiben das Jahr 2026. In Zeiten, in denen wir über jede Tonne CO2 und den Schutz unserer Umwelt für kommende Generationen diskutieren, muss die Frage erlaubt sein: Ist dieser Betrieb in dieser Form noch zeitgemäß?
Es wirkt fast schon ironisch, wenn für eine Bahn, die Emissionen wie im vorletzten Jahrhundert ausstößt, nun auch noch gesunde Bäume fallen müssen. Tradition ist wichtig, aber sie darf nicht zum Freibrief für die Zerstörung des Lebensraums der Steyrer werden.
Wir Steuerzahler haben ein Recht darauf zu erfahren, was hier wirklich der Grund war.
von Mike Stein, Steyr


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