Steyr im Zentrum der Ereignisse beim Bauernkrieg vor 400 Jahren
STEYR. Die Großraminger Autorin Ana Pawlik widmet sich in ihrem neuen Roman „Als die Würfel fielen“ den dramatischen Ereignissen des OÖ Bauernkriegs von 1626. Mit einem besonderen Fokus auf Steyr, das damals nach Wien die größte Stadt im Herzogtum Österreich war.

Die große Mehrheit der Menschen im Land ob der Enns ist protestantisch – zum Missfallen des Kaisers und des bairischen Herzogs, an den das Land verpfändet wurde. Im Auftrag der beiden Herrscher soll Adam von Herberstorff hier die Gegenreformation durchsetzen. Er geht dabei nicht gerade zimperlich vor, und wer an seinem Glauben festhält, riskiert nicht nur Hab und Gut, sondern auch seinen Kopf. In den Dörfern wächst der Widerstand, in den Städten die Angst.
Vielen Perspektiven
„Als die Würfel fielen“ setzt bereits 23 Jahre vor Kriegsbeginn an, um die politischen Zusammenhänge zwischen Gegenreformation, dem Beginn des Dreißigjährigen Kriegs und dem Oberösterreichischen Bauernaufstand aufzuzeigen.
Die 45-jährige Pawlik bezeichnet ihr Werk als Anti-Kriegsroman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird: „Katholiken und Protestanten kommen zu Wort, Männer und Frauen, Bäuerinnen und Knechte sowie das städtische Bürgertum. Die Handlung führt die Leser an reale Schauplätze wie Frankenburg, Steyr, Linz, Eisenerz, Peuerbach und weiter nach Deutschland.“
Steyrer Stadtrichter
Im Mittelpunkt des Romans stehen der Steyrer Stadtrichter Wolf Madlseder und seine Frau Regina. Anhand ihres Lebens beleuchtet Pawlik die Bedeutung des Eisengeschäfts in Steyr und dessen Verflechtungen entlang des Ennstals bis zum Erzberg, wo sich die Gegenreformation schon Jahre vor der bayerischen Besetzung bemerkbar machte und zu Spannungen beitrug.
Eine weitere Hauptfigur ist Lena, eine katholische Bauerntochter, die sich in einen Lutheraner verliebt. Doch der unterschiedliche Glaube stellt das Paar vor unüberwindbare Hürden. Später in ihrem Leben knüpft Lena Verbindungen nach Frankenburg, wo Adam von Herberstorff ein grausames Blutgericht inszeniert: Er lässt rund drei Dutzend Männer um ihr Leben würfeln. Diese Willkür entfacht den Zorn der Menschen – und ein Aufstand bricht los, der alles verändert.
Anführer mit Schattenseiten
Auch Stefan Fadinger, einer der Anführer des Bauernkriegs, hat seinen Platz im Roman. Doch im Vergleich zu den anderen Figuren ist seine Rolle in Pawliks Roman deutlich kleiner. „Ich wollte die Nöte der Bauern und des Bürgertums verdeutlichen, ihre Wut und die Gründe, die sie zur Erhebung trieben“, erklärt die Autorin.
Gleichzeitig vermeidet sie eine Verklärung des Bauernanführers. „Mein Fadinger ist charismatisch und redegewandt, doch die Menschen, die ihn näher kennen, sehen auch seine weniger sympathischen Seiten. Sie finden es schwierig, mit ihm zusammenzuarbeiten.“
Premierenlesung
Die Premierenlesung von „Als die Würfel fielen“ mit Ana Pawlik findet am Dienstag, 22. September, im Kulturzentrum Akku in Steyr statt. Beginn ist um 20 Uhr, die Veranstaltung wird gemeinsam von der Stadtbibliothek Marlen Haushofer und dem Akku organisiert.
Eintritt: 13 Euro (Ermäßigt: 11 Euro)
Tickets: Tel. 0664 73115620 oder E-Mail office@akku-steyr.com








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