Steyrtaler unternahm Friedensreise zum südlichsten Punkt in Europa
NEUZEUG. Zu Fuß, mit Bus und Bahn sowie per Autostopp begab sich Jorgos Trompeter in zwei Etappen auf eine 1.700 Kilometer lange Friedensreise. Ziel des 69-Jährigen war das Kap Tripiti auf der Insel Gavdos in Griechenland.

„Es war das größte Abenteuer meines Lebens und es erfüllt mich mit unendlicher Dankbarkeit, dass ich das erleben durfte“, sagt Trompeter. Zunächst ging es zu Freunden nach Kärnten, dann weiter durch ganz Italien. Zwischenstopps machte der Neuzeuger in San Giovanni Rotondo und Monte Sant’Angelo. In Bari besuchte er die Basilika San Nicola mit dem Grab des heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Kinder.
Mit dem Schiff ging es nach Patras in Griechenland, mit dem Autobus weiter nach Athen und Piräus, mit dem Schiff nach Kreta und letztlich auf die kleine Insel Gavdos. Dort wurde die sechsstündige Wanderung zum südlichsten Punkt Europas zum Höhepunkt der Friedensreise.
„Tatsächlich dort anzukommen, war einer der berührendsten und bewegendsten Momente in meinem ganzen Leben. Ich hatte Tränen in den Augen“, erzählt Trompeter. „Voller Dankbarkeit habe ich innegehalten und die 69 Jahre meines Lebens Revue passieren lassen, die ich in Frieden verbringen durfte. In Herzverbundenheit habe ich an all jene Menschen gedacht, denen ein Leben in Frieden verwehrt wird.“
Trauer und Wut
Unterhalb der Anhöhe mit dem Holzstuhl beim Kap Tripiti befindet sich eine wunderschöne Bucht. Doch in Trompeter stiegen Gefühle der Erschütterung, Betroffenheit, Trauer, Wut und Zorn auf. „Verstreut am Strand lagen kaputte und intakte Schlauchboote, Außenbordmotoren, fast leere Benzinkanister, aufgepumpte Autoreifen, Säcke mit Kleidungsstücken und Kinderschuhe“, erzählt der 69-Jährige. „Die Menschen in diesen Schlauchbooten haben es geschafft bis hierher, aber die libysche Küste ist 250 Kilometer entfernt. Es ist ein grauenvoller und furchtbarer Gedanke, wie viele es nicht geschafft haben.“
Mission geht weiter
Vor 16 Jahren hat Jorgos Trompeter seiner sterbenden Mutter versprochen, ein Buch zu schreiben, mit dem für arme Kinder etwas Positives bewirkt werden kann. Aus diesem Versprechen ist ein ganzes Kinderhilfswerk geworden. Der Neuzeuger mit griechischem Vornamen machte es sich zur Lebensaufgabe, den ärmsten der armen Kinder in Griechenland und in den dortigen Flüchtlingslagern zu helfen.
Im Moment arbeitet er an seinem zwölften Buch mit dem Titel „Herzensfrieden – grenzenlos frei und herzensfroh“. In all den Jahren hat er mit der Unterstützung von Freunden und Projektpartnern Spendengeld und Güter im Wert von knapp einer Million Euro gesammelt. „Meine Mission ist noch lange nicht zu Ende. Es gibt noch so unendlich viel zu tun“, betont Trompeter. „Trotz einiger gesundheitlicher Baustellen werde ich nicht aufgeben und weitermachen, solange mir der liebe Gott die notwendige Kraft und den Mut gibt. Für den Frieden. Gegen die Armut.“
Rapper im Citykino
Zu seinem 70. Geburtstag veranstaltet Trompeter zwei Benefizfeste. Dabei will er Geld für seine Hilfsprojekte sammeln und ein öffentliches Zeichen für den Frieden setzen. Der deutsche Songwriter, Musiker, Poet, Künstler, Rapper und Autor Seom kommt am Donnerstag, 3. Dezember, um 19 Uhr ins Citykino Steyr. Anmeldungen per E-Mail: o_trompeter@yahoo.de
Fest für den Frieden
Am Tag des heiligen Nikolaus am Sonntag, 6. Dezember, steigt im Pfarrsaal Sierninghofen ab 14 Uhr bei freiem Eintritt ein österreichisch-griechisches Fest für den Frieden. Schauspielerin Christina Cervenka, Künstler Josef Peneder und Trompeters Grünburger Enkelkinder Mirjam, Paula und Jonathan lesen Griechenlandgeschichten aus bisher erschienen Büchern. Musikalisch begleitet werden sie von der Garstner Liedermacherin Ursi Hutterer, dem Steyrer Singer-Songwriter und Zatsch-Darsteller Gebhard Alber und dem aus Sierninghofen stammenden Pianisten Martin Freistätter.








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