STEYR. Die Arbeiterkammer (AK) hat für ihre Mitglieder in Steyr und Steyr-Land 2014 fast 5,5 Millionen Euro erkämpft. Einige von den 6000 Firmen in der Region geraten immer wieder ins Visier der Arbeitnehmer-Vertreter.
„Wir setzen uns für jeden Betrag ein. Letztes Jahr haben sich die Fälle zwischen 40 und 60.000 Euro bewegt“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger. Über 8000 Mal haben sich 2014 Mitglieder an die AK Steyr gewandt. Die meisten Fragen gab es zur Auflösung von Arbeitsverhältnissen und zur Einforderung offener Ansprüche wie Löhne, Überstunden und Zulagen. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes melden sich viele Menschen erst nach dem Ende des Dienstverhältnisses bei der AK. Dabei würde sich etwa schon vor dem Antritt eines neuen Jobs die Überprüfung des Dienstvertrages lohnen, um späteren Ärger zu vermeiden.Immer wieder kommt es vor, dass Dienstnehmer die in Krankenstand gehen, rückwirkend mit dem letzten Arbeitstag abgemeldet werden. „Das geht so natürlich nicht“, betont Klinger, der auch feststellt, dass die Mitarbeiterüberwachung zunimmt. Eine Gebäudereinigungsfirma hat ein Büro laut Aussagen von zwei Beschäftigten mit einer Videokamera überwacht. Mittlerweile wurde die Kamera wieder entfernt.Falsche EinstufungEin häufiges Thema bei den AK-Beratungen sind falsche Einstufungen im Kollektivvertrag. So wurde etwa ein 40-jähriger Maurer von einer Firma im Bezirk Steyr-Land statt als Fach- als Hilfsarbeiter angemeldet. Die Forderung des Arbeiters nach der richtigen Einstufung endete mit einer Kündigung. Mit Hilfe der AK forderte der Maurer danach seine Ansprüche ein. Bereits nach einer Woche erhielt der 40-Jährige die korrigierte Lohnabrechnung sowie die Differenzzahlung für drei Monate Unterentlohnung in Höhe von insgesamt 1300 Euro.
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