Das Zittern bei MAN geht weiter
STEYR. Während es für viele MAN-Mitarbeiter in Deutschland nun Gewissheit gibt, weiß man in Steyr immer noch nicht, wie und ob es weiter geht.

„Wenn das MAN-Konzernmanagement die Firmentore in Steyr wirklich zusperren sollte, dann hat dies verheerende Erschütterungen für die ganze Region zur Folge. Zu den 2.300 Arbeitsplätze am Standort kommen weitere tausende Arbeitnehmer bei Zulieferern. Die Existenzen von 6.000 Familien stehen auf dem Spiel“, sagt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE. Diese vertritt die Rechtsauffassung, dass der vereinbarte Standortsicherungsvertrag mit dem Betriebsrat bis 2030 gilt. Eine Schließung komme daher nicht in Frage. „Die Arbeitsverträge der Beschäftigten sind bis 2030 durch den Standortsicherungsvertrag rechtlich abgesichert“, betont Wimmer.
Anhörung am Mittwoch
Hauptargument für eine Schließung des Standortes Steyr ist für die MAN-Verantwortlichen in München, dass das Werk wirtschaftlich nicht führbar ist und somit die Aufkündigung des Standortsicherungsvertrages auch gültig sei. „Der Standort Steyr ist sehr wohl wirtschaftlich. Daher gibt es auch am Mittwoch eine Anhörung des Managements durch die staatliche Wirtschaftskommission. Denn wer solche Behauptungen aufstellt, muss sie auch beweisen“, sagt Erich Schwarz, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates. „Dass die Produktion im Osten billiger ist, dazu hätte es kein Zukunftskonzept und keine gut ausgebildete Manager bedurft, die in den besten Universitäten studiert haben.“
Starke Argumente
Schwarz und sein Team geben sich weiter kämpferisch. „Gerade durch die neuen Herausforderungen wie neue Antriebstechnologie, wäre es vernünftig das Know How der Steyrer Belegschaft auch zukünftig zu nutzen. Wir sind überzeugt, dass die Leichte und Mittlere Reihe auch in Zukunft von unseren Montagebändern an die Kunden geliefert werden“, so Schwarz.


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