Bürgermeisterwahl: Moser tritt gegen Kerbl an

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Robert Hofer Online Redaktion, 01.03.2021 10:55 Uhr

SIERNING. Langzeit-Bürgermeister Manfred Kalchmair (SPÖ) geht im Herbst in Pension. Die ÖVP hat Vizebürgermeisterin Irene Moser einstimmig zur Spitzenkandidatin für die Gemeinderatswahl im September gewählt. Sie tritt damit gegen den SPÖ-Vizebürgermeister Richard Kerbl an. 

Der Vorstand der Sierninger ÖVP hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, dass Irene Moser im Herbst als Bürgermeisterkandidatin, nach 2015 zum zweiten Mal, in die Wahl gehen wird. Im Interview spricht Moser über ihre Motivation, Privates und die letzten fünf Jahre im Gemeindeamt.

Wie sind Sie in die Politik gekommen?

Irene Moser: Vor ganz vielen Jahren hat mich mein Bruder, der damals Vizebürgermeister war, gefragt, ob ich im Gemeinderat mitarbeiten möchte. Als junge Mutter war es für mich eine Ehre, die Gelegenheit zu bekommen Sierning mitzugestalten und nahm dieses Angebot gerne an. Dass ich 20 Jahre später als Bürgermeisterin kandidiere, habe ich damals nicht geahnt.  War es Zufall oder Bestimmung, auf alle Fälle bekam ich nach meiner Karenzzeit einen Job im Steyrer ÖVP Bezirkssekretariat, wo ich 17 Jahre tätig war. In diesen 17 Jahren lernte ich aus erster Hand, wie Politik gemacht wird (oder auch was man besser nicht macht) und irgendwann war es für mich selbstverständlich mich auch in Sierning verstärkt zu engagieren, um meine Ideen einzubringen und umzusetzen. So wurde ich 2003 Gemeinderätin und übernahm 2009 als Gemeindevorständin den Kulturausschuss. Der aufregendste Moment in all den Jahren war, als ich 2015 zur Vizebürgermeisterin angelobt wurde.

Was trägt in Sierning ihre Handschrift?

Moser: Als Mitglied des Gemeindevorstandes ist man natürlich maßgeblich an der Entwicklung der Gemeinde in allen Bereichen beteiligt. Als Vorsitzende des Kulturausschusses ist mein oberstes Anliegen die kulturelle Vielfalt allen in der Gemeinde zugänglich zu machen. Denn Kultur verbindet die Menschen. Eine Veranstaltung, auf die ich ganz besonders gerne zurückblicke, ist das Konzert in der Pfarrkirche mit dem Brucknerorchesters unter der Leitung des in Sierning geborenen Stardirigenten Ernst Theis. Es gab auch in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Vereinen viele kleine Veranstaltungen, wie Lesungen, Vernissage, Kindertheater usw., die mir gut in Erinnerung sind. Besonders stolz bin ich auf die Sierninger Heimatforschung. Gemeinsam mit Erwin Brunmayr ist da ein Projekt entstanden, um das uns viele Gemeinden beneiden. Leider wurde unser Tatendrang durch Corona gestoppt.

Was zeichnet Sie als Person aus?

Moser: Ehrlichkeit ist für mich am wichtigsten, denn nur dadurch kann Vertrauen entstehen. Vertrauen ist in jeder Hinsicht der Schlüssel für eine gute Zusammenarbeit. Mir ist auch wichtig, dass ich mich ständig weiterentwickeln kann und Neues lerne. Der Mensch soll jedenfalls im Mittelpunkt meines Handelns stehen. Mein Credo ist: „Öffne der Veränderung die Arme, aber verliere dabei deine Werte nicht aus den Augen!“ Ich freue mich, wenn ich in Zukunft Sierning mitgestalten darf und dafür einen klaren Auftrag bekomme.

Was würden Sie als Sierninger Bürgermeisterin grundsätzlich anders machen?

Moser: Ich möchte eine Bürgermeisterin für alle sein: für alle Ortsteile, für alle Vereine, für alle Generationen und natürlich auch für alle Parteien in Sierning. Für mich ist es wichtig, dass alle Fraktionen, die im Gemeinderat vertreten sind ihre Ideen einbringen und auch umsetzen können. Die derzeitige absolute SPÖ-Mehrheit verhindert das derzeit manchmal und das ist schade, denn es geht einfach darum die besten Ideen zu erkennen und umzusetzen, egal woher sie kommen. Sierning soll seinen Gemeindebürgern eine Zukunft bieten. Egal in welcher Lebensphase man sich befindet, jeder sollte seine Zukunft in Sierning sehen. Das fängt an bei der Kinderbetreuung und Ausbildung, auch für Jugendlichen z.B. Lehrstellen, weiter zur Wohnungssituation für junge Leute aber auch für ältere mit dem betreubaren Wohnen. Wir brauchen eine gesunde Wirtschaft und ein einen bunten Branchenmix an Geschäften. Der ländliche Raum gehört gestärkt und dazu müssen alle Initiativen, die dazu beitragen, unterstützt werden. Dazu gehört aber auch der Erhalt unserer Naherholungsgebiete wie Leithenholz oder der Hametwald.

Wie schaut ihr Privatleben aus?

Moser: Als „Sierninger Urgestein“ lebe ich mit meinem Mann, mit dem ich über 30 Jahre verheiratet bin, in unserem Einfamilienhaus. Meine beiden erwachsenen Töchter stehen bereits auf selbstständigen Beinen, kommen aber immer wieder gerne „nach Hause“. Beruflich bin ich bei der Business Upper Austria in Linz tätig. In meiner Funktion als Projektleiterin von KOMPASS, dem Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere, unterstütze und berate ich oberösterreichische Unternehmen bei der Einführung familienfreundlicher Maßnahmen, wie z.B. eine betrieblich geführte Kinderbetreuungseinrichtung.

Wie verbringen sie ihre Freizeit?

Moser: Wann immer es geht, bin ich mit meiner Familie und dem Familienhund in der Natur unterwegs. Gemeinsam mit meinem Mann erkunde ich gerne auf dem E-Bike Sierning und die Umgebung. Gesellschaftliche Termine und die Teilnahme an Veranstaltungen sehe ich nicht als Verpflichtung, sondern als Bereicherung. Daher kann ich auch behaupten, in meiner Freizeit bin ich gerne unter Menschen. Das heißt aber nicht, dass ich auf die ruhigen Momente, die ich in unserem Garten verbringe, verzichten möchte. Dann kümmere ich mich gerne um die Blumen und Pflanzen.

Was hat Sie am meisten geprägt?

Moser: Meine Eltern waren hauptberuflich beim Roten Kreuz tätig. Wir wohnten damals in einer Dienstwohnung, in der auch die Rot-Kreuzstelle integriert war. In bin sozusagen in eine Rot-Kreuzfamilie, in der das Helfen und für Andere da zu sein immer im Mittelpunkt stand, hineingeboren. Daher ist es für mich schon immer selbstverständlich nicht weg zu schauen, sondern anzupacken und zu helfen.

Was macht aus ihrer Sicht eine gute Bürgermeisterin aus?

Moser: Den Menschen zuzuhören, auf sie einzugehen und sie zu verstehen, ist die Basis um gute Arbeit leisten zu können. Es braucht aber auch die Kompetenz, unterschiedliche Ideen und Meinungen zueinander zu bringen und dabei immer sach- und lösungsorientiert zu agieren. Als Bürgermeisterin wird für mich das große Miteinander im Vordergrund stehen.

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