75 Prozent der Belegschaft wechselten von MAN zu Steyr Automotive
STEYR. Die Gespräche mit den rund 1.900 Mitarbeitern bei Steyr Automotive über deren Zukunft im ehemaligen MAN-Werk konnten im September nahezu abgeschlossen werden.

„Rund 75 Prozent haben unser Angebot zum Verbleib angenommen, rund 25 Prozent haben sich für ein Angebot aus dem Sozialplan entschieden. Wir werden aktuell keine Kündigungen aussprechen müssen“, sagt Florian Mayrhofer, Personalchef bei Steyr Automotive. Bereits vor dem Betriebsurlaub im Sommer wurden die Mitarbeiter durch eine Informationsveranstaltung und mittels Info-Folder über die Optionen für eine Zukunft im Nachfolge-Unternehmen von MAN Steyr informiert. Die Gespräche, die ausschließlich durch die eigenen Personalreferenten im Beisein der Betriebsräte geführt wurden, starteten am 23. August und wurden am 30. September abgeschlossen.
Prämie, niedrigere Löhne
Gegenstand der Gespräche war die Absenkung der Löhne (Arbeiter: maximal -15 Prozent vom Nettolohn) und Gehälter (Angestellte: durchschnittlich -10 Prozent vom Bruttobezug und Wegfall der Überstundenpauschalen). Mit der Unterschrift des Änderungsvertrages eröffneten sich die Mitarbeiter entweder den Weg in eine gemeinsame Zukunft mit Steyr Automotive oder die Möglichkeit des Ausstiegs aus dem Dienstverhältnis über die Inanspruchnahme eines Sozialplanes auf Grundlage von Altersteilzeitmodellen, Abfindungsregelungen oder beruflicher Weiterbildung bzw. Umqualifizierung. Eine Abschlussprämie in Höhe von bis zu 10.000 Euro (abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit) wurde bereits mit der Lohn- und Gehaltsauszahlung im September an die Mitarbeiter überwiesen. Die Möglichkeit des Übertritts von der Abfertigung Alt in die Abfertigung Neu mit einer 100-prozentigen Übertragung der Abfertigungsanwartschaft wurde von der Belegschaft ausgesprochen gut angenommen und ebenfalls bereits an die Vorsorgekasse überwiesen.
Sozialplan
Jene rund 480 Mitarbeiter, die sich für den Sozialplan entschieden haben, werden entweder eines der Altersteilzeit-Modelle in Anspruch nehmen, in die offene Arbeitsstiftung gehen, wo sie bis zu vier Jahre auf Basis Arbeitslosengeld plus Stiftungsstipendium studieren können, oder mit einer finanziellen Abfindung das Unternehmen verlassen. Für diese Mitarbeier wird gemeinsam mit den Fachbereichen in den nächsten Wochen die Zeitschiene für die Austritte gemäß der Erfordernisse der Transformationskurve des Werkes festgelegt.
Lösungen für alle
Einige wenige Gespräche konnten aus terminlichen Gründen (z.B. Krankenstand, Karenz, etc.) noch nicht geführt werden. Diese werden zeitnah Anfang Oktober nachgeholt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir – wie bisher auch - in allen Fällen faire Lösungen finden werden,“ betont Mayrhofer.


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