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Online Redaktion, 01.02.2024 11:30

STEYR. Tips-Leser Jürgen Hutsteiner fragt sich, ob viele Volksvertreter „Politik mit Hausverstand“ machen, weil es ihnen zu aufwändig ist, sich den Sachverstand für ordentliche Politik zu erwerben.

 (Foto: Tips)
(Foto: Tips)

Immer wieder und immer öfter wird in der Politik davon geredet, dass man „Politik mit Hausverstand“ machen will. Ich, als Bauer, der von seinen Eltern eine gehörige Portion Hausverstand mitbekommen hat, finde das gut. 

Man sollte aber schon einmal den Unterschied von Hausverstand und Sachverstand diskutieren beziehungsweise erklären. Hausverstand ist das, was man im eigenen Haus von Eltern, Großeltern, eventuell größeren Geschwistern oder sonst wem aufschnappt. Dann wird man mit sechs Jahren in die Schule geschickt, mit 15 in die Lehre, oder mit 18 zum Studieren auf die Universität, wo das Wissen, das jahrzehntelang von ganz vielen Menschen aufgebaut wurde, in das Hirn der jungen Menschen verfrachtet wird. 

Ich finde das wirklich wichtig, denn Hausverstand ist eine gute Grundlage, macht aber vielleicht 10 bis 20 Prozent unseres Wissens aus. Die restlichen 80 bis 90 Prozent sind dann Sachverstand, der uns befähigt, die Welt besser zu machen, denn ohne Sachverstand kann man keine Autos entwickeln, keine Computer bedienen und mein Installateur kann keine Heizung einbauen.

Jetzt komme ich aber wieder zurück zur Politik. Vielleicht wollen viele Politiker „Politik mit Hausverstand“ machen, weil es ihnen zu aufwändig ist, den Sachverstand für ordentliche Politik zu erwerben? Das ist zwar einerseits verständlich, aber andererseits sehr schlecht. Die Fähigkeit eines guten Politikers ist nämlich die, Mitarbeiter und Berater mit hohem Sachverstand um sich zu scharen, um deren Wissen zu einem guten Ergebnis für die Bevölkerung zu entwickeln.

Die Probleme der nächsten Jahre sind einfach viel zu groß und komplex, um auf Sachverstand verzichten zu können. 

Also, ja zum Hausverstand, aber ein noch viel größeres Ja zum Sachverstand!

von Jürgen Hutsteiner, Steyr


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