Leserbrief: Westspange bringt zusätzlichen Verkehr
STEYR. Das große Erwachen werde vermutlich erst kommen, wenn der große Verkehr nach dem Bau der Westspange Steyr da ist, meint Christian Kreil.

Die Prognosen für die Verkehrsfrequenz an den Zufahrten zur künftigen Westspange sind eindeutig. Auf der Nordspange werden 20 Prozent mehr Verkehr erwartet, vom Krankenhaus stadtauswärts plus 21 Prozent und an der nördlichen Ennserstraße plus 45 Prozent (!).
Diese Zahlen lassen sich nicht mit Steyrern aus dem Münichholz oder vom Resthof erklären, die über die neue Straße auf die Höss oder in die Therme Bad Hall cruisen wollen. Die Zahlen lassen sich auch nicht mit Zulieferfahrten in Steyrer Industriebetreibe, Möbelhäuser und Supermärkte erklären, die natürlich auch in Zukunft nötig sein werden.
Die Zahlen zeigen, dass die Westspange einfach das bewirkt, was eine neue Umfahrung halt bewirkt: Sie lockt zusätzlichen Verkehr in eine Region. Und wenn man weiß, dass Transportunternehmer wie Hödlmayr und Duvenbeck seit Jahr und Tag die Westspange fordern und loben, um nicht durch Städte und lästige Ampeln und Zebrastreifen aufgehalten zu werden, dann muss man sich in Steyr auf eher schweres Gerät einstellen.
Schwerverkehrslobbyisten wissen, was sie wollen: eine neue Transitroute - und die wird geliefert. Ein schlechtes Blatt haben nach dem Bau der Westspange nicht nur wir Steyrer. Große Augen und Ohren werden auch die Leute in der Gründbergsiedlung, in Obergrünburg, Leonstein und vermutlich auch in Bad Hall machen. Die Straßen durch diese Orte werden nämlich nicht breiter, weil in Steyr ein neuer Highway gebaut wurde. Das große Erwachen in der Region kommt vermutlich erst nach dem großen Verkehr.
von Christian Kreil, Steyr
Mehr zum Thema: Wer von der Westspange profitiert und wo sich der Verkehr massiv erhöht


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden