Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

STEYR. In spätestens zehn Jahren soll die 4,1 Kilometer lange Westspange Steyr fertig sein. Eine verkehrliche Analyse zeigt, wie die 70 Millionen Euro teure Umfahrung wirken soll.

Ausgewählte Messpunkte - Prognose Variante 1a, Jahr 2035 (Foto: verkehrplus GmbH)
  1 / 2   Ausgewählte Messpunkte - Prognose Variante 1a, Jahr 2035 (Foto: verkehrplus GmbH)

Durchgeführt wurde die Prognose von verkehrplus aus Graz im Auftrag der Landesregierung. Das 23 Seiten starke Papier, das den Medien zur Verfügung gestellt wurde, startet mit Ergebnissen einer Verkehrserhebung der Jahre 2018 und 2022. Hier zeigt sich, dass sich das innerstädtische Verkehrsaufkommen auch ohne Westspange bereits reduziert hat. In Summe aller Messstellen um sechs Prozent (Details im Infokasten unten).

Ein deutliches Minus gab es etwa in der Sierninger- und Dukartstraße (jeweils minus 13 Prozent). Den größten Rückgang an der Zählstelle Feldstraße mit 30 Prozent. Dieser Wert liegt allerdings vorwiegend an einer Baustelle im Jahr 2022. Zunahmen gab es nur an zwei der insgesamt 35 Stellen. Nämlich mit jeweils sechs Prozent in der Ennser Straße (Süd) und in der Steiner Straße. Als Grund werden in der Analyse die Attraktivierung der Einkaufszentren Interspar und Taborland genannt.

Annahmen für 2035

Als Grundlage für die Verkehrsprognose im Jahr 2035 in Steyr mit und ohne Westspange diente den Statistikern das Verkehrsmodell Österreich (VMÖ). Berücksichtigt sind unter anderem lokale Prognosedaten wie Bevölkerungsentwicklung und Motorisierungsfaktor. Für die Westspange selbst errechnete verkehrplus in der Variante 1a rund 16.000 Fahrzeuge pro Tag.

SPÖ, FPÖ und ÖVP haben sich bekanntlich für den Bau der Umfahrungsstraße ausgesprochen und als Hauptgrund die Verkehrsentlastung der Innenstadt angeführt. Diese bildet sich in den Prognosedaten wie folgt ab: Die stärkste Entlastung auf den Hauptverkehrswegen soll es im Bereich Wiesenberg (-33 Prozent) und Seifentruhe (-18 Prozent) geben. Am meisten Verkehrsreduktion lässt sich auf den sogenannten Schleichwegen erzielen, die Statistiker errechneten für die Staffelmayrstraße (bis zu -92 Prozent) und die Feldstraße (-76 Prozent) große Rückgänge.

Allerdings würde durch den Bau der Westspange in einigen Bereichen der Verkehr vor allem in absoluten Zahlen deutlich steigen. Massiv im nördlichen Bereich der Ennser Straße von 23.080 Fahrzeugen am Tag auf 33.360 (+45 Prozent) sowie an der westlichen Stadtgrenze nahe dem Krankenhaus (+21 Prozent) und auf der Nordspange (+20 Prozent).

Vehemente Proteste

Bereits im Gesamtverkehrskonzept der Stadt Steyr von 1993 wurde die Westspange gemeinsam mit der Nordspange (eröffnet im Jahr 2000) untersucht. Die erste Grundsatzvereinbarung zwischen Land OÖ und Stadt für die Westspange stammt aus dem Jahr 2009. Nicht zuletzt wegen vehementen Beschwerden von Anrainern und Umweltschützern hat sich das Projekt stark verzögert. Die bauliche Realisierung ist nun für die kommende Legislaturperiode (bis 2033) geplant.

Verkehrserhebung Steyr

Vergleich 2018/2022 (Auswahl)

Wolferner Straße: 7.224 | 6.681 -7,5 %

Stadteinfahrt West: 17.559 | 16.782 -4,4 %

Stadteinfahrt Süd: 10.863 | 10.326 -4,9 %

Nordspange: 16.401 | 15.239 -7,1 %

Das Verkehrsmodell bildet das Verkehrsgeschehen eines durchschnittlichen Werktags außerhalb der Ferienzeiten bzw. Urlaubszeiten (DTVw) ab. Alle erhobenen Querschnittswerte werden auf diese Vergleichsbasis umgerechnet. Basis dazu stellen die Dauerzählstellen dar, die das Verkehrsaufkommen über mehrere Jahre an denselben Orten erheben – in der Regel auf Stundenbasis.

Quelle: Wirkungsanalyse verkehrplus


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
.
.
07.02.2024 20:08

Westspange wird vor allem Leben kosten

Mehr Straßen bedeutet mehr Autoverkerhr, dies wiederum führt zu mehr Unfällen und zu mehr Tote. Zudem darf man die negativen Auswirkungen auf den Klimawandel auch nicht vergessen, was wiederum zu mehr Tote führt.

Antworten
.
.
07.02.2024 15:31

Westspange wird auch Leben retten, ...

... weil Rettung und Feuerwehr schneller zu vielen Einsatzorten außerhalb des Stadtzentrums gelangen werden.