Wie sich der Biohof Heuberg an die Wetterextreme anpasst
DIETACH. Der trockene, heiße Sommer hat auch Auswirkungen auf die heimischen Äpfel und Birnen. „Auch Äpfel können einen Sonnenbrand bekommen. Es entstehen dann braune Stellen, die leicht ledrig wirken“, erklärt Biobäuerin Sabine Mader aus Dietach.

Früher lichtete man die Bäume vor der Ernte aus, damit die Äpfel mit mehr Sonne schneller ausreiften. Auf diesen Vorernteschnitt verzichtet man im Bio-Obstgarten in Dietach nun schon seit einigen Jahren, damit das Laub möglichst viel natürlichen Schatten gibt. Zusätzlichen Sonnenschutz bietet das Hagelnetz.
Der wochenlang ausbleibende Regen wirkt sich vor allem auf die Größe der Früchte aus. Wassermangel kann bewirken, dass sie kleiner bleiben, vorzeitig reifen oder sogar abfallen. Dass die heurigen Äpfel und Birnen im Durchschnitt etwas kleiner sind als voriges Jahr, bestätigt auch Sabine Mader.
Eigenen Brunnen gegraben
Der häufige, warme Wind ließ den Obstgarten noch stärker austrocknen. Für Jahre wie diese wurde 2018 am Biohof Heuberg ein eigener Brunnen gegraben. Heuer hat sich seine existenzielle Bedeutung gezeigt. So kann eine Tröpfchenbewässerung die Bäume vor größeren Schäden und die Bauern vor einem Ernteausfall schützen.
Eine gute Wasserversorgung hilft dem Baum dabei, mit der Belastung durch die hohen Temperaturen umzugehen. Junge Bäume brauchen besonderen Schutz. Ein Weißanstrich im Stammbereich kann sie vor Sonnenbrand, aber auch vor Frostschäden bewahren.
Auch die Düngung ist am Biohof Heuberg den Wetterextremen angepasst. Man setzt auf einen natürlichen Nährstoffkreislauf: Was am eigenen Hof entsteht, soll nach Möglichkeit auch wieder dem Boden zugutekommen.
Als Stickstoffdünger kommen hofeigene Klee-Luzerneballen zum Einsatz. Das Material wird im Frühjahr in den Baumreihen verteilt und dann an den Stämmen angehäufelt. Dadurch entsteht eine schützende Abdeckung, die eine direkte Sonneneinstrahlung vermindert und die Feuchtigkeit länger im Boden hält. Gleichzeitig gelangt organische Substanz in den Kreislauf zurück. Das trägt zu einem lebendigen, fruchtbaren Boden bei.
Natürliche Kreisläufe
Die Maders verstehen unter Landwirtschaft, den Boden zu pflegen, Ressourcen maßvoll zu nutzen und natürliche Kreisläufe zu erhalten. Doch der Klimawandel verändert die Bedingungen für den Obstbau deutlich.
Frühe Blüte, Spätfrost, Hitze und Trockenheit sind die größten Herausforderungen. Oft unterschätzt wird die Rolle derKonsumenten: Auch sie haben großen Einfluss darauf, ob ihr Bioobst weiterhin zuverlässig aus der Region kommt. Eine gute Möglichkeit ist der Kauf von Produkten direkt ab Hof. Jeder Einkauf direkt beim Bauern trägt dazu bei, regionale Betriebe zu erhalten und die heimische Landwirtschaft zu stärken.








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