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NMS Taiskirchen ist Vorreiter bei der digitalen Grundbildung

Walter Horn, 28.01.2019 13:00

TAISKIRCHEN. Seit einem Jahr werden in der Neuen Mittelschule Taiskirchen im Unterricht von allen Schülern Tablets von Apple verwendet. Die Schule, die auch eine „Bewegte Schule“ ist, zählt damit zu den Vorreitern bei der Digitalen Grundbildung.

Die Schüler präsentierten einige Anwendungsmöglichkeiten der Tablets im Unterricht; hinten, v. l.: Direktor Gerald Gruber-Kalteis, Deutschlehrer Siegfried Kainberger, Landesrätin Christine Haberlander, Taiskirchens Bürgermeister Johann Weirathmüller  (Foto: Tips)
Die Schüler präsentierten einige Anwendungsmöglichkeiten der Tablets im Unterricht; hinten, v. l.: Direktor Gerald Gruber-Kalteis, Deutschlehrer Siegfried Kainberger, Landesrätin Christine Haberlander, Taiskirchens Bürgermeister Johann Weirathmüller (Foto: Tips)

Die für Bildung zuständige Landesrätin Christine Haberlander informierte sich in der vergangenen Woche, wie das Projekt in der Praxis läuft und betonte dabei, wie wichtig es auch im europäischen Bildungswettbewerb sei, dass schon Schüler Medienkompetenz erwerben.

Das Projekt begann im Februar 2018 mit 25 „shared tablets“ – iPads, die sich mehrere Schüler teilten und die in der Schule bleiben. Seit Herbst sind rund zwei Drittel der Lehrer und zwei dritte Klassen mit 1:1-Geräten ausgestattet – alle Schüler erhielten dauerhaft ein Tablet, das sie auch nach Hause mitnehmen können.

Kosten

An den Kosten der Shared Tablets haben sich das Land mit zwei Dritteln und die Gemeinde mit einem Drittel beteiligt.

Die 1:1-Geräte, die in den beiden dritten Klassen verwendet werden, gehören den Schülern und werden zur Gänze von den Eltern bezahlt. Nach der 4. Klasse werden die Schulprogramme de-installiert und die Kinder können die Tablets behalten. Falls die Eltern Probleme mit den Kosten von etwa 320 Euro haben, gibt es einige Sozial-iPads – die müssen nach der Schulzeit wieder zurückgegeben werden.

Die Geräte werden von Apple mit der kompletten Anwender-Software geliefert und werden in allen Fächern eingesetzt – sogar im Turnen, wo mit kurzen Filmen Bewegungsabläufe überprüft werden können.

Bedenken ausgeräumt

Vor der Einführung dieser neuen Methoden mussten auch die Lehrer überzeugt werden. „Das war ein längerer Prozess“, sagt Direktor Gerald Gruber-Kalteis. Mittlerweile seien aber alle voll dabei und sehr engagiert. Der Direktor: „Es ist etwas mehr Arbeit für die Pädagogen, aber das rentiert sich.“

Auch bei den Eltern mussten Bedenken ausgeräumt werden. „Wir haben bei Elternabenden darüber geredet. Wir konnten den Eltern Ängste nehmen, weil die Tablets von der Schule gemanaged werden. Zusätzliche Programme können nur mit Einverständnis der Eltern installiert werden, außerdem kann kontrolliert werden, wieviel Zeit am Tablet verbracht wird.“

Direktor Gerald Gruber-Kalteis: „Die Aufgabe der Schule ist auch die Vorbereitung auf die Welt von morgen.“ In der Digitalen Grundbildung wird auch Medienkompetenz und der Umgang mit Fake News vermittelt.

Lebendiger Unterricht

In vielen Fällen wird der Unterricht durch die Tablets lebendiger. Ein Beispiel: Wenn sich die Schüler im Deutschunterricht von Siegfried Kainberger mit Friedrich Schiller beschäftigen, fassen sie wichtige Inhalte in einer „MindMap“ auf dem Tablet grafisch zusammen. Beim Schreiben einer Erlebniserzählung suchen sie im Internet Synonyme.

Lustig wird es, wenn eine vorher schriftlich vorbereitete Anekdote aus dem Leben Schillers mit dem Programm „SockPuppets“ (sprechende Socken) animiert wird oder wenn die Schüler mit dem Programm „GarageBand“ einen Rap aufnehmen.

Vernetzung und Kontrolle

Weil alle Schüler-Tablets mit dem des Lehrers vernetzt sind, haben die Pädagogen einerseits die ständige Kontrolle (den Schülern wird allerdings angezeigt, wenn der Lehrer bei ihnen „hineinschaut“), sie können aber auch sofort hilfreich eingreifen. Kainberger: „Ich kann sofort nachjustieren. Das ist extrem wichtig und hilfreich.“ In die Zeit vor den Tablets möchte er nicht mehr zurück.


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