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TRAGWEIN/WARTBERG/BEZIRK FREISTADT. „Alle drei Jahre ein neues Seniorenheim“ titelte Tips noch vor drei Jahren. Mittlerweile hat sich der Wind im Sozialbereich jedoch gedreht: Mit dem Sozialprojekt „2021+“ wurde der Neubau von Alten- und Pflegenheimen auf Eis gelegt. Eine Entscheidung, ob und wie die geplanten und einst fix zugesagten Heime in Tragwein und Wartberg realisiert werden, fällt im November.

Das Seniorenheim ist laut Planung wichtiger Teil des neuen Tragweiner Wohn- und Geschäftszentrums. In welcher Form es kommt, ist fraglich. Foto: Greindl

Das Sozialressort des Landes OÖ wird bis auf weiteres keine zusätzlichen Alten- und Pflegeheime fördern, künftiger Bedarf wird vor allem durch alternative Wohnformen abgedeckt werden, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Bitte warten für Tragwein und Wartberg

Nach der Realisierung des „Hauses für Senioren“ in Bad Zell, das 2016 eröffnet wurde, heißt es für den Bezirk Freistadt daher derzeit „bitte warten“ – den Neubau des Freistädter Seniorenheimes ausgenommen. „Bei uns hätte schon Baubeginn sein sollen“, sagt der Tragweiner Bürgermeister Josef Naderer. „Seit die Planungen laufen, ist mittlerweile der vierte Landesrat aktiv“, fügt er hinzu. Das Haus für Senioren soll wesentlicher Bestandteil des neuen Wohn- und Geschäftszentrums (“Am Kornbichl“) an der Tragweiner Ortseinfahrt sein.

Chance für kombinierte Pflegeeinrichtung

„Ob und wie es verwirklicht wird, erfahren wir im Herbst“, sagt Naderer, der die Wartephase pragmatisch sieht. „Die Diakonie als Partner und Betreiber des Heimes springt uns sicher nicht ab. Und man darf das Projekt nicht nur als Altenheim sehen, es birgt auch die Chance, eine Kombination des Altenpflegegesetzes mit dem Chancengleichheitsgesetz zu verwirklichen.“ Konkret würde das heißen, alte Menschen mit Pflegebedarf und pflegebedürftige Menschen mit Beeinträchtigung in einer gemeinsamen Einrichtung zu betreuen.

Diakonie als Partner prädestiniert

„Das ist unter einem Dach denkbar, in diesem Bereich herrscht ein Mangel, und mit dem Diakoniewerk hätten wir dafür den besten Partner“, sagt der Tragweiner Bürgermeister. Das Projekt „2021+“ will ausdrücklich den Ausbau der persönlichen Assistenz, der mobilen Dienste und der teilbetreuten Wohnformen für Menschen mit Beeinträchtigung, aber geringem Unterstützungsbedarf forcieren. Für Menschen mit hohem Bedarf an Betreuung würden dadurch Ressourcen im vollbetreuten Wohnen frei.

Wenn die Eltern nicht mehr können...

Im Tragweiner Haus für Senioren sind vier Hausgemeinschaften geplant. „Eine davon könnte für pflegebedürftige behinderte ältere Menschen reserviert sein“, sagt Josef Naderer. „Es gibt ja in jedem Ort Fälle, in denen die Eltern ein Kind mit Beeinträchtigung ein Leben lang betreut haben und das im Alter nicht mehr können, daraus entsteht oft ein akuter Betreuungsbedarf.“ „Unser Ziel ist es, den Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen in der Region auf jeden Fall zu decken“, heißt es aus dem Büro Gerstorfer. Ob dies in Form von Alten- und Pflegeheimen oder durch alternative Wohnformen passiert, werde im Zuge des Projekts „2021+“ entschieden.


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