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TRAISMAUER. Guggi Hofbauer präsentierte im Schloss ihr Programm „Schluss mit Genuss?! Na sicher nicht!“. Mit Tips sprach die junge Kabarettistin über ihre Vorstellungen von einem genussvollen Leben.

Guggi Hofbauer war mit ihrem Programm in Traismauer zu Gast. Foto: Tanja Barta
Guggi Hofbauer war mit ihrem Programm in Traismauer zu Gast. Foto: Tanja Barta

Tips: Was bedeutet für Sie ein genussvolles Leben?

Guggi Hofbauer: Für mich ist ein genussvolles Leben ein Leben, das man so leben kann, wie man das möchte. Ein Leben, das man gestalten kann, und ein Leben, das man bewusst lebt. Ich denke, gerade in der heutigen immer schneller werdenden Welt ist es ein großer Genuss, sich die Zeit zum Durchschnaufen zu nehmen, mal nur im Moment zu sein und liebe Menschen um sich zu haben. Ansonsten ist es für mich natürlich ein großer Genuss, auf der Bühne stehen und Menschen einen Abend lang unterhalten zu dürfen – dafür bin ich sehr dankbar. Und auch von einem guten Stückchen Schokolade bin ich nicht abgeneigt …

Was wollen Sie mit dem aktuellen Programm vermitteln?

Dass Genuss überall zu finden ist. Man muss nur die Augen aufmachen und sich auf den Moment einlassen. In meinem Programm geht es um unterschiedliche Kabarettfiguren, die jede ihren eigenen Genuss finden: den Genuss an der Schokolade, den Genuss am Menschen-Kennenlernen, die Lust am Spiel mit der kleinen Lüge, den Genuss am So-Sein-Wie-Man-Ist-Egal-Was-Die-Anderen-Denken etc.

Warum das Thema „Genuss“?

Mich hat es genervt, dass es in so vielen Lebensbereichen „Regeln“ gibt, an die man sich halten sollte, wenn man dünn/fit/ein guter Mensch sein soll ... aus dem Ärger darüber ist dann mein Kabarettprogramm als kleines Plädoyer für den eigenen Genuss entstanden. Und ich möchte einfach die Zeit, die ich hier auf der Erde verbringen darf, möglichst genießen.

Wie sind Sie zum Kabarett gekommen?

Ich habe Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert und von klein auf Gedichte und Kurzgeschichten verfasst. (…) 2011 habe ich an meinem ersten Kabarettwettbewerb teilgenommen und bin dort Zweite geworden. Da hatte ich die Erleuchtung „Das ist es! Da gehöre ich hin! Das erfüllt mich!“ Seitdem hat mich das Bühnenfieber nicht mehr losgelassen (...).

Wie schwierig ist es, in der Kabarett-Szene zu reüssieren?

Die Szene ist gar nicht so klein, wie man vielleicht annehmen würde. Natürlich kennt man sich schnell, weil man sich bei Bewerben etc. immer wieder begegnet und auch manche Freundschaften entstehen. Aber es ist nur ein Bruchteil der KabarettistInnen-Menge, die dem durchschnittlichen Publikum bekannt ist. Sich an die Spitze hochzuarbeiten ist daher eine Herausforderung, die nicht ohne ist. Aber ich glaube, das Wichtigste ist, dass jeder seinem eigenen Kabarettstil und sich selbst treu bleibt, und dass es einem Spaß macht, was man tut. Das merkt dann auch das Publikum. Und bekanntlich kommt ja gute Energie, die man wo reinsteckt, auch wieder zurück!

Was machen Sie, wenn das Publikum nicht wie erwartet reagiert?

Am Anfang waren solche Situationen schlimm. Mit der Routine kam dann auch ein entspannterer Umgang mit solchen Situationen. Ich versuche dann, bewusst ruhig zu bleiben. Durchzuatmen und auf keinen Fall aus einer Panik heraus zu hudeln....das macht's dann nur noch schlimmer. Und je nach Situation kann auch ein improvisierter Teil und ein eingeschobener „platter Schenkelklopfer-Witz“ helfen, um die Stimmung wieder aufzulockern. Und wenn das auch nicht funktioniert, heißt's eben: Augen zu, Lächeln an und das Beste draus machen.

Gibt es bereits Pläne für ein neues Programm?

Ich arbeite derzeit an meinem dritten großen Solo-Programm, das sich ums Thema „Perfektion“ dreht. Premieren-Termin ist am 16. Februar 2017 in Wien. Darauf freue ich mich schon sehr. Außerdem habe ich noch meine Kleinkunstabendserie „Guggis Kleinkunstfundus“, die ich monatlich in Wien spiele. Es wird also nicht fad …


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