„Wir wollen weg vom Image der Industriestadt hin zur Kulturstadt“
Der Gemeinderat der Stadt Traun entwickelte vor rund fünf Jahren einen Masterplan zur Stadtentwicklung. Man kaufte um 15 Millionen Euro Grundstücke im Stadtzentrum auf, um ein sinnvolles Stadtentwicklungskonzept zu ermöglichen. Dabei wurde auch die Idee geboren, dem Schloss Traun seinen ehemaligen Wassergraben zurückzugeben.

Der Wassergraben um das Schloss Traun hat eine jahrhundertealte Tradition und galt früher der Abwehr von Feinden. 1850 wurde der Graben, der damals schon vom Mühlbach gespeist wurde, wegen Seuchengefahr zugeschüttet. Vor einigen Jahren wurden die unmittelbar vor dem Schloss gelegenen Firmen Gruber und Kaya sowie die Firma AMG abgesiedelt und ihre Liegenschaften aufgekauft. „Wir hatten große politische Diskussionen, ob es überhaupt wert ist, über zwei Millionen in die Wasserlandschaft zu investieren“, erzählt Bürgermeister Harald Seidl (SPÖ). Doch die Mehrheit des Gemeinderats sagte „Ja“ zur Wasserlandschaft, über deren Aussehen 2010 ein städtebaulicher Wettbewerb entschied. Die Wasserlandschaft soll sich zukünftig noch weiter ins Stadtzentrum ziehen. Dort, wo die neue Arbeiterkammer, das neue BFI und das neue AMS entstehen, ist ein größerer Teich geplant, der mit der Wasserlandschaft eine Grünachse bis zum Oedter-See bilden wird. „Wir sind dabei, uns österreichweit einen guten Ruf aufzubauen. Wir bekommen jetzt schon Post mit Lob über die neue Landschaft, die da entsteht“, sagte Seidl.
Neue Spinnerei mit Sicht auf Wasserfläche und SchlossDa es der Stadt Traun nicht möglich war, das alte Areal der Spinnerei zu erwerben, entschloss man sich in Kooperation mit dem Schloss Traun dafür, eine Kulturlandschaft entstehen zu lassen. „Wir wollen weg vom Image der Industriestadt hin zur Stadt mit Freizeit und Kultur“, betonte Seidl. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Kulturlandschaft wird auch die neue Spinnerei sein, die diese Woche Donnerstag, 14 Uhr, eröffnet wird. Geplant wurde die Spinnerei vom Architekturbüro „Team M“. Die neue Spinnerei wird mit Sicht auf das Schloss und die Wasserfläche ausgelegt sein. „Es wird ein Netz über die Fassade drübergestülpt, die an die alte Spinnerei erinnert“, verrät Architekt Wolfgang Steinlechner. Die neue Spinnerei wird mit 600 Sitzplätzen gleich viel Fassungsvermögen wie die alte Spinnerei haben. Jedoch wird, im Gegensatz zum Foyer des alten Gebäudes, das Foyer des Neubaus ebenfalls diese Fassungskapazität haben. Wie schon der alte Saal wird auch der neue Saal eine Blackbox (Bühne, die nach allen vier Seiten hin schwarz ist). Zusätzlich dazu wird es im hinteren Bereich eine Glasfassade geben, durch die man die Wasserlandschaft betreten kann. Zur Wasserlandschaft kommt man auch über die Terrasse des Cafés der neuen Spinnerei.
Flair der Spinnerei erhaltenNeben dem Café wird es auch eine Bar im Neubau geben. „Wir hatten am Anfang Bedenken, wie wir das Flair der alten Spinnerei erhalten sollen“, sagte „Schlossherrin“ Manuela Reichert vom Veranstaltungsservice Traun GmbH. Durch die Bar will man die Gemütlichkeit sowie das Flair und Ambiente der Gastronomie der alten Spinnerei erhalten. „Deswegen wird es auch eine Bühne für kleine „Beislkonzerte“ geben“, erklärte Reichert, die auf eine starke Synergiewirkung zwischen dem Schloss Traun und der neuen Spinnerei hofft. So könnten beispielsweise Besucher des Schlosses zukünftig in der Spinnerei essen gehen. Reichert versicherte aber, dass die Marken „Schloss Traun“ und „Spinnerei“ auf jeden Fall erhalten bleiben.


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