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TRAUN. Mitte März hätte die Saison für die Footballer der Atrium Steelsharks Traun beginnen sollen. Ob und wann die Austrian Football League (AFL) heuer noch starten wird, ist indes weiter ungewiss. Ein Spieler ist schon besonders heiß auf den Start – er wartet sehnsüchtig auf sein Comeback nach schwerer Verletzung. 

  1 / 2   Die Steelsharks-Spieler verteilten zur Wiedereröffnung des neuen Hauptsponsors Mund-Nasen-Schutzmasken im Atrium City Center in Linz. Foto: Steelsharks Traun

Offiziell ist der Beginn der Meisterschaft auf Herbst verschoben. Ob dieser Zeitplan jedoch halten wird, kann derzeit noch keiner genau abschätzen. „Momentan ist eine Entscheidung vertagt“, gibt uns Steelsharks-Obmann Markus Campregher Auskunft: „Anfang Juni findet die nächste Sitzung statt, bis dahin sind wir zum Warten verdammt. Dann werden wir vielleicht schon mehr wissen, ob ein Spielbetrieb im Herbst möglich ist.“

Auch die Kaderplanung bei den Trauner Footballern hat sich aufgrund der Verschiebung wegen der Corona-Pandemie geändert. Quarterback John Uribe, ein Importspieler aus den USA, der nebenbei auch Nachwuchstrainer im Verein ist, ist derzeit auf Kurzarbeit. Vom zweiten amerikanischen Import musste man sich trennen. „Der wollte auch selber nach Hause fahren“, so Campregher, der auch einem weiteren geplanten Neuzugang aus Übersee eine Absage erteilen muss: „Das ist in der derzeitigen Lage finanziell einfach nicht tragbar“.

Finanzielle Einbußen

Wieweit die Aussetzung des Spielbetriebes die Trauner auch monetär getroffen hat, wird derzeit noch eruiert. „Da sind wir noch am Ausloten. Rosig wird es aber bestimmt nicht“, hofft Campregher auf finanzielle Unterstützung. Daher sind für ihn auch Geisterspiele keine Option: „Wir leben zu einem großen Teil von den Zuschauereinnahmen“, stellt er klar. „Außerdem ist es für mich einfach nicht richtig. Ohne Zuschauer kommt auch einfach keine Stimmung auf.“

Hoffnung auf baldige Lockerungen

Konnten einige Sportler bereits wieder ihr Training aufnehmen und steht auch dem Breitensport in manchen Bereichen wieder eine langsame Rückkehr zur Normalität bevor, ist bei Mannschaftssportarten der Zeitplan noch nicht klar. „Es wäre für den ganzen Verein super, wenn wir zumindest wieder trainieren dürften, um Spieler, Betreuer und das ganze Umfeld wieder etwas zusammen zu bringen“, hofft Markus Campregher auf baldige Klarheit.

„Es kann dann vermutlich eh nicht gleich Meisterschaft gespielt werden, aber es wäre wünschenswert, wenn wir spätestens im Herbst zumindest ins normale Training einsteigen können.“ Auch die Spieler sind natürlich schon ganz heiß darauf, sich wieder im gewohnten Umfeld auf ihren Sport vorbereiten zu können.

Comeback verschoben

Einer der sich ganz besonders auf die neue Saison gefreut hatte, ist Tight End Alexander Juri Vladov. Der gebürtige Russe fiebert nach einer schweren Verletzung seiner Rückkehr in die Mannschaft entgegen: „Heuer wäre mein Comeback und damit auch Abschlussjahr gewesen. Vor zwei Jahren im Spiel gegen Ljubljana Silverhawks verletzte ich mich ziemlich schwer. Mein Fuß war um 180 Grad verdreht, das Wadenbein war gebrochen, mehrere Bänder haben sich für immer verabschiedet, Nervenschäden und vieles mehr.“

Danach musste er Schritt für Schritt wieder alle Tätigkeiten wie gehen und laufen neu erlernen. Ein paar Sachen gehen immer noch nicht wie früher, aber er lässt sich nicht unterkriegen. „Ich bin wieder da und ich bin fit. Das Wichtigste ist, ich kann wieder spielen“, so der Sportfreak, der vor seiner Zeit als Footballer laut eigenen Aussagen schon fast alles ausprobiert, mittlerweile aber seine Bestimmung gefunden hat. „Man muss ein Allrounder sein – man braucht Schnelligkeit, Kraft, Agilität und viel Verstand für all die Spielzüge und Feinheiten, die man lernen muss. Eine gewisse Härte und Risikobereitschaft dürfen auch nicht fehlen, am Feld wird dir halt nichts geschenkt und in der AFL werden alle Fehler schnell bestraft“, hat Vladov schnell die Gründe parat, warum seine Wahl auf Football gefallen ist.

Zuhause fit halten

Obwohl derzeit an ein reguläres Training nicht zu denken ist und auch die Sportstätten nur begrenzt zu benützen sind, versuchen sich die Spieler zuhause so fit wie möglich zu halten. „Es gibt jede Menge Home-Workouts oder man geht Laufen, Sprinten, macht Liegestütze oder schiebt Sachen durch die Gegend. Man braucht nur ein bisschen Motivation und Fantasie“, erklärt Alexander, der sich zuhause seine Trainingsgeräte teilweise aus Altmetall selbst geschweißt hat.

Auch die Kommunikation innerhalb des Teams wird versucht, so normal wie möglich beizubehalten. „Die Spieler schreiben sich ab und zu, manche spielen gemeinsam online und unser Coach ist sowieso immer für uns da. Auch unser Obmann ist 24/7 erreichbar und hilft immer wo er kann. Es wird also keiner vergessen oder im Stich gelassen“, geht Alexander Vladov mit der Situation so gut wie möglich um, auch wenn er schon darauf brennt, endlich wieder am Platz stehen zu dürfen.


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