Amtsübergabe beim Traunkirchner Antlasssingen
TRAUNKIRCHEN. Die heurige „Antlassnacht“ war für Sepp Vogl etwas ganz Besonderes. Nach 38 Jahren führte der 79-Jährige zum letzten Mal die Schar der Gläubigen als Vorsänger durch den Ort.

Die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag ist in Traunkirchen die „Antlassnacht“. In dieser Nacht wird von 9 Uhr abends bis 3 Uhr früh jeweils zur vollen Stunde, an zwölf Plätzen im Ortszentrum, eine Strophe über das Leiden Christi gesungen. Insgesamt 38-mal seit dem Jahr 1978 stimmte Vorsänger Sepp Vogl mit der Melodie des Nachtwächters an: „Meine Herren und Frauen lasst“s euch sagen, der Hammer hat neini, zehni, elfi, ... geschlagen“.
Heuer teilte sich der 79-Jährige die Aufgabe mit Stefan Harringer, der die ehrenvolle, aber auch anstrengende Arbeit ab kommendem Jahr übernimmt. „Ich werde dieses Amt im Sinne meines Vorgängers für das alte Brauchtum und für den Ort Traunkirchen ausüben,“ lässt der 29-Jährige keinen Gedanken über die Strapazen einer durchwachten Nacht aufkommen.
Der verdiente Vorsänger Sepp Vogl ist erleichtert, dass seine Nachfolge geregelt ist: „Das war gar nicht so einfach. Nun bin ich froh, dass ein Nachfolger gefunden ist, der das Antlasssingen weiterträgt. Dieser Brauch hat mich geprägt, hat einen festen Platz in meinem Herzen. Nun ist sichergestellt, dass dieses einzigartige Brauchtum auch künftigen Generationen erhalten bleibt.“


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