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TRAUNKIRCHEN. Seit exakt fünfzehn Jahren kooperieren die Bundesländer im Bereich digitaler Geoinformationen. Mit dem Projekt „geoland.at“ wurden sie bereits mehrfach national und international ausgezeichnet. Nun tagten die Geo-Experten in Traunkirchen und kehren sozusagen an den Geburtsort ihres „Erfinders“ zurück.

Geo-Experten tagten im kleinen Traunkirchen über großes Thema. Foto: Land OÖ
Geo-Experten tagten im kleinen Traunkirchen über großes Thema. Foto: Land OÖ

Es bedurfte keiner großen Digitalisierungsoffensive für den Start einer von großem Erfolg gekrönten Zusammenarbeit der Geografischen Informationssysteme (GIS) der österreichischen Bundesländer. Ein zukunftsweisender Vorschlag des damaligen Oö. Landesamtsdirektors führte im Jahr 2003 zu einem Beschluss der Landesamtsdirektoren Österreichs, wonach eine Länderarbeitsgruppe unter der Federführung Oberösterreichs „zur Schaffung eines länderübergreifenden Geodatenportals“ beauftragt wurde.

Datenbeschaffung

Zentrale Themen sind dabei die gemeinsameländerübergreifende Basisdatenbeschaffung (Orthofotosund Airborne Laserscanning) nach einheitlichen Kriterien sowie die Bereitstellung von geografischen Fach- und Basisdaten als Online- und Downloadservices basierend auf internationalen Standards. „Datenharmonisierung, Metadaten und internationale Standardisierung sind der Schlüssel, um Geoinformationen rasch und aktuell möglichst breit zugänglich und damit nutzbar zu machen“, sagt Direktor Günther Knötig vom Land Oberösterreich, der das Expertentreffen eröffnete.

Geodaten sind heute das Um und Auf bei allen raumrelevanten Aktivitäten, ob es nun um die Infrastruktur, den Umweltschutz, Wasserwirtschaft oder den Katastrophenschutz geht. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – beispielsweise im Hochwasserschutz – kann nur dann funktionieren, wenn alle in der gleichen „Datensprache“ reden. Und da gibt die EU im Rahmen der Richtlinie „INSPIRE“ – für den Aufbau einer europäischen Geodateninfrastruktur mit Schwerpunkt Umwelt - ganz genaue Vorgaben. Eine gemeinsame Umsetzung dieser Vorgaben schafft Effizienz und Synergien.

Geodateninfrastuktur

Aber nicht nur die Länder, auch die Gemeinden und Ministerien müssen ihren Beitrag zu dieser europäischen Geodateninfrastruktur leisten. Daher war klar, dass sich der Traunkirchner Bürgermeister Christoph Schragl sowie Ministerialrat Martin Nöbauer vom Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus für die Themen der Geo-Experten interessierten. Sind doch Gemeinden und Ministerien, neben vielen anderen Institutionen und Firmen die Hauptnutzer der ersten freien digitalen Verwaltungsgrundkarte Österreichs – www.basemap.at, die von den Geo-Experten in den letzten Jahren entworfen wurde.

20 Maßstabsebenen

Diese auf amtlichen Daten basierende internetfähige Österreichkarte ist für 20 Maßstabsebenen – vom Überblick bis zum Gebäude samt Hausnummern – optimiert und wird im Zwei-Monatsrhythmus aktualisiert und laufend verbessert. Mehr als 20 Millionen tägliche Zugriffe sind aktuell zu verzeichnen. Dieses europaweit bislang einzigartige Projekt wurde 2015 von 15.000 Teilnehmern der weltweit größten Konferenz für geografische Informationssysteme in San Diego mit dem „People“s Choice Award“ ausgezeichnet. Übrigens stehen knapp 500 Geodatensätze der Länder ebenfalls kostenlos über das Open Data Portal des Bundes zum Download zur Verfügung.


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