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Traudi Scherrer: Eine Ulrichsbergerin, die viele Fäden im Hintergrund gezogen hat

Martina Gahleitner, 23.05.2018 10:11

ULRICHSBERG. Auch wenn sie keine gebürtige Ulrichsbergerin ist, haben wir uns für Traudi Scherrer als Orts-Original entschieden. Denn was die heute 80-Jährige für die Gemeinde geleistet hat, ist bewundernswert.

Traudi Scherrer war Motor für das gesellschaftliche Leben in Ulrichsberg.
Traudi Scherrer war Motor für das gesellschaftliche Leben in Ulrichsberg.

1959 ist die Rohrbach-Bergerin als Hauptschullehrerin nach Ulrichsberg gekommen und geblieben. „Von Anfang an war ich gerne in Ulrichsberg. Die Leute haben mir gefallen und hier hab ich auch meinen Mann kennengelernt“, erzählt Traudi Scherrer. Fritz Scherrer, ein gebürtiger Pfarrkirchner, war so wie sie Hauptschullehrer (und später Bezirksschulinspektor) und ebenso gesellig. Und so ging es schnell, dass gemeinsam einige Initiativen gesetzt wurden: Sie haben die Sportunion gegründet, um den neuen Turnsaal zu nützen; haben kostenlose Tanzkurse gehalten – „ich glaube, halb Ulrichsberg hat bei uns tanzen gelernt“ –; sie haben Theateraufführungen und den Kathreintanz initiiert und Marktfeste oder Faschingszüge organisiert. Während Fritz auf der Bühne stand, hielt Traudi im Hintergrund die Fäden in der Hand. „Ich stehe eigentlich nicht so gern im Vordergrund“, meinte sie auch beim Tips-Gespräch bescheiden. Ihr Motto war stets: „Wenn jemand etwas braucht oder etwas getan gehört, waren wir da – egal um was es geht.“

Spürbarer Zusammenhalt

Den Kathreintanz, bei dem als abendfüllendes Programm das Ortsgeschehen durch den Kakao gezogen wurde, gibt es übrigens immer noch. Wenn auch als abgespeckte Version beim Feuerwehrball. „Aber ich mach“s nicht mehr. Die Jugend hat Vorrang“, meint die zweifache Mutter und vierfache Oma. Ihr ist besonders die Dorfmania in Erinnerung geblieben. „Alle Dörfer haben sich daran beteiligt und man hat gespürt, dass diese zusammengewachsen sind. Und bei der Aufführung war der Pfarrsaal bummvoll“, freut sich die Ulrichsbergerin, die auch im Gemeinderat aktiv war und die Gesunde Gemeinde gegründet hat. Der Zusammenhalt hat ihr ohnehin immer getaugt: „Wenn irgendwer eine Idee gehabt hat, haben sich gleich viele mitreißen lassen.“

Besonders gespürt hat sie den Zusammenhalt in Ulrichsberg, als ihr Mann ganz unerwartet und viel zu früh verstorben ist. „Diese Anteilnahme, der Zuspruch und wie mich alle aufgefangen haben, das werde ich ihnen nie vergessen.“


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