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BEZIRK URFAHR-UMGEBUNG. Tips sprach mit Franz Tauber, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, über Pendler und Arbeitsplätze im Bezirk.

  1 / 2   Zwei Drittel der Erwerbstätigen aus dem Bezirk pendeln aus. WKO-Bezirksstellenleiter Franz Tauber sprach mit Tips über die Situation der Pendler. Foto: Weihbold

Tips: Wie viele Personen aus dem Bezirk pendeln aus?

Tauber: Rund 28.800 Erwerbstätige pendeln aus dem Bezirk aus. Das sind zwei Drittel der Erwerbstätigen, die in Urfahr-Umgebung wohnen.

Tips: Wie versucht man Arbeitskräfte und Lehrlinge in der Region zu halten?

Tauber: In erster Linie durch professionelle Personalentwicklung der einzelnen Betriebe. Jene Betriebe, die einen attraktiven regionalen Arbeitsplatz bieten können, haben auch grundsätzlich weniger Probleme gute Mitarbeiter zu bekommen. Neben diesen betrieblichen Bemühungen bieten wir verschiedene Plattformen, auf denen sich die regionalen Betriebe als attraktive Lehr- und Arbeitgeberbetriebe präsentieren können, beispielsweise die Lehrlingstage und heuer erstmals die Guute Lehrlingsshow. Nachhaltige, gemeinsame Personalentwicklung betreiben beispielsweise 13 Betriebe, die sich zur Guute Personalinitiative zusammengeschlossen haben.

Tips: Wie haben sich im Bezirk die Pendlerzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Tauber: Die Zahl der erwerbstätigen Auspendler ist zwischen 2009 und 2015 von 26.650 (knapp 64 Prozent) auf 28.800 (67 Prozent) gestiegen. Wir hoffen, dass diese Auspendlerrate gestoppt werden kann.

Tips: Wie viele Personen pendeln zum Arbeiten in den Bezirk Urfahr-Umgebung ein?

Tauber: Zirka 6800 Personen

Tips: Welche Branche hat im Bezirk den größten Lehrlings- und Fachkräftemangel?

Tauber: Grundsätzlich sind alle Branchen betroffen, aber am größten ist der Lehrlings- und Fachkräftemangel in der Gastronomie. Generell muss das Bewusstsein für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes vor Ort weiter gestärkt werden. Gerade in Zeiten der täglichen Staus gewinnt ein regionaler Arbeitsplatz immer mehr an Bedeutung. So bietet ein Arbeitsplatz in der Region Freizeit statt Stauzeit, zwei Stunden tägliche Stauzeit ist keine Seltenheit mehr. Beim regionalen Arbeitsplatz sind auch Fahrkosten bedeutend geringer. Auch die persönliche Wertschätzung der Mitarbeiter ist eine Stärke vieler regionaler Betriebe.

Tips: Wie viele Arbeitsplätze gibt es im Bezirk?

Tauber: 1063 Betriebe beschäftigen 9848 Mitarbeiter, im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Mitarbeiter um 88 gestiegen.

Tips: Wie sieht es im Bezirk mit Gewerbegebieten aus?

Tauber: Nur knapp sieben Prozent der ausgewiesenen Baulandflächen sind als Betriebsbaugebiet gewidmet. Im Vergleich zu den übrigen Bezirken ist dieser Anteil sehr gering. Der Bezirk war vom Selbstverständnis vieler Gemeinden bis vor 20 Jahren eine reine Schlaf- und Wohnregion. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten wurde das Verständnis für die Notwendigkeit der regionalen Betriebe und des regionalen Arbeitsplatzes größer. Leider sind aufgrund der starken Zersiedelung und der Topographie größere Betriebsansiedlungsflächen schwer zu entwickeln. Ein positiver Ansatz sind die interkommunalen Betriebsansiedlungen, bei denen mehrere Gemeinden Betriebsansiedlungsflächen entwickeln und vermarkten. Erfreulicherweise bewegt sich diesbezüglich einiges in allen drei Regionen des Bezirkes.


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