Jägerschaft im Bezirk setzt auf aktiven Naturschutz
URFAHR-UMGEBUNG. Rund 1.200 Jäger gibt es im Bezirk. Ihre Aufgaben sind vielfältig und in den letzten Jahren wurden Naturschutz und Bewusstseinsbildung für die Jägerschaft zentrale Anliegen.

„Jagd ist gelebter Natur- sowie Artenschutz und setzt auf nachhaltige Nutzung“, erklärt Bezirksjägermeister-Stellvertreter Josef Rathgeb. Für den Artenschutz, der durch den immer stärker werdenden Druck auf die Natur immer wichtiger wird, setzen die Jäger auf verschiedene Aktionen. Einerseits werden Lebensräume – etwa Hecken für die immer seltener werdenden Rebhühner gepflanzt – auf der anderen Seite bewusstseinsbildende Maßnahmen durchgeführt.
Aufklärung der Bevölkerung ist wichtig
Erwin Pillgerstorfer vom Naturschutzbund: „Man muss dem Mountainbiker, dem Wanderer oder dem Reiter erklären, warum das Wild Ruhezonen braucht und man gewisse Gebiete – gerade zur Dämmerung – meiden sollte. Dann verstehen es die meisten Menschen und agieren im Sinne des Natur- und Artenschutzes.“ Genau so sieht dies auch Franz Burner, Bezirksjägermeister von Urfahr-Umgebung: „Es geht nur miteinander, nicht nebeneinander und schon gar nicht gegeneinander.“
Es hat sich viel verändert
Doch unmittelbare Rücksichtnahme der Menschen im Wald reicht schon lange nicht mehr, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Denkt man an den Klimawandel beziehungsweise an die Veränderung der Landwirtschaft, gibt es in der Tierwelt Verlierer ebenso wie Gewinner. „Werden Waldflächen – etwa durch häufiger werdende Stürme – reduziert, profitieren etwa Rehe davon. Zumindest kurzfristig“, sagt Pillgerstorfer, der weiters erklärt: „Andere, Hasen oder Rebhühner, gehören zu den Verlierern unserer Zeit.“ Dies belegen auch Zahlen: Im Bezirk Urfahr-Umgebung wurden im Zeitraum 2017/2018 1.002 Hasen erlegt. Vor einigen Jahrzehnten waren es fast vier Mal so viele. Wichtiger regionaler Lebensmittellieferant Jagd ist jedoch nicht nur ein Indikator wie es um die Umwelt bestellt ist. Sie ist auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Das lässt sich am Beispiel der Saison 2017/2018 veranschaulichen: 5.124 erlegte Rehe im Bezirk ergeben rund 60.000 Kilo verwertbares Fleisch. Rathgeb und Pillgerstorfer: „Jagd bringt hochwertiges Bio-Fleisch aus der Region auf die Teller der Konsumenten. Sie ist Brücke zur nichtjagenden Bevölkerung, wo Verständnis für die Herkunft der Nahrung zunehmend verloren geht. Und, der Jagd liegt das gleiche Prinzip der Nachhaltigkeit wie in der Land- und Forstwirtschaft zugrunde.“


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