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REICHENTHAL. Auch wenn die Faschingszeit heuer nicht wie gewohnt stattfinden kann, bleibt eine Tradition bestehen: die der Faschingskrapfen.

 (Foto: Bräuer)
(Foto: Bräuer)

Ein Verfechter der süßen Speise ist beispielsweise Naturbäcker Martin Bräuer aus Reichenthal.Seit vielen Jahren ist er für sein Krapfensortiment bekannt: Dazu gehören etwa Schneewittchenkrapfen mit weißer Parisercreme und Erdbeerfülle, aber auch geflochtene Rapunzelkrapfen mit feiner Vanille-Eierlikörcreme oder der „Böse Wolf-Krapfen“, der mit dunkler Schokocreme und Weichselfülle gefüllt ist.

Lange Geschichte

Geschichtlich gesehen hat das Backwerk seinen Ursprung bereits im neunten Jahrhundert. In Wien war damals ein Gebäck namens „Krapfo“ bekannt. Im Mittelalter wurden die kugelförmigen Krapfen dann von sogenannten „Schmalzkochereien“ produziert. Aber nicht nur die Österreicher, sondern bereits die alten Ägypter kannten die in Fett herausgebackenen Speisen. Diese wurden mit der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Ihren Weg nach Europa fanden die Vorläufer der Krapfen dann durch die Römer. Auf den Bauernhöfen war die runde Mehlspeise schließlich vor allem als Festtags- und Brauchtumsspeise sehr beliebt. Schon damals gab es eine große Vielfalt. Dennoch: Der bekannteste Krapfen ist und bleibt wohl der Faschingskrapfen.

Kalorien vor der Fastenzeit

Und auch das hat einen besonderen Grund. Denn die meist schlechte Versorgung mit Nahrung führte dazu, dass dazu geraten wurde, kurz vor Beginn der Fastenzeit kalorienreichere Krapfen zu sich zu nehmen. Damit sollte die Fastenzeit körperlich besser überstanden werden. Das Schmalzgebäck konnte selbst hergestellt werden und diente als Kraftspender. Ab dem Aschermittwoch wurde dann streng gefastet. Neben Fleisch verzichtete man auch auf andere tierische Produkte, weswegen die Eier- und Schmalzvorräte vor der Fastenzeit aufgebraucht werden mussten. Krapfen waren also eine beliebte Form der Verwertung.


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