Gallneukirchen fordert Bundesregierung auf, 100 Flüchtlingsfamilien einreisen zu lassen
GALLNEUKIRCHEN. Mit einer großen Mehrheit wurde der Antrag im Gallneukirchner Gemeinderat Mitte Februar angenommen, in dem es um die Ermöglichung der Einreise von Familien aus den Flüchtlingslagern in Griechenland oder Bosnien geht.

So forderte der Gallneukirchner Gemeinderat die Bundesregierung in der Sitzung vom 11. Februar auf, abweichend vom bisherigen Kurs 100 Familien mit Asylberechtigung oder der Aussicht darauf aus den betroffenen Flüchtlingslagern in Bosnien oder Griechenland die Einreise zu ermöglichen. „Da die Hilfe vor Ort in Griechenland und Bosnien offensichtlich zurzeit nur sehr bedingt Wirkung zeigt, wäre es genau dieser kleine Schritt, der die Familien aus den üblen Verhältnissen befreien und ihre Not lindern könnte. Eine Evaluierung des Asylgesetzes sowie die Stellungnahmen der betroffenen Bundesländer und Gemeinden sollen dabei verstärkt einbezogen werden“, heißt es in der von der ÖVP ausgesandten Aussendung. Angenommen wurde der Antrag von ÖVP, Grünen und SPÖ.
Vizebürgermeister sehr erfreut
Über den angenommenen Antrag zeigte sich der Obmann des Kultur- und Integrationsausschusses der Stadtgemeinde Gallneukirchen, Vizebürgermeister Sepp Wall-Strasser (SPÖ), in seiner Stellungnahme sehr erfreut: „Ich bedanke mich bei jenen Teilen in der ÖVP, die ein Umdenken für diese humanitäre Geste möglich gemacht haben. Und es sei hier nochmals gesagt: Es geht nicht darum, alle hereinzulassen, wie das oft behauptet wird. Es geht einfach darum, das Selbstverständliche zu tun: Menschlichkeit zu beweisen. Beständigkeit, Überzeugungsarbeit und Geduld lohnen sich.“
Kaindlstorfer: Quartiere sind vorhanden
Auch von Seiten der Grünen reagiert man bezüglich des erzielten Beschlusses positiv. „Wir Grüne freuen uns, dass im dritten Anlauf auch die ÖVP sich zu den christlichen Werten besonnen und den Antrag unterstützt hat“, sagt Stadtrat und Grünen-Fraktionsobmann Andreas Kaindlstorfer gegenüber Tips. Auch er betont, dass es einen weiteren, dritten Antrag gab, weil sich an der Notsituation der Familien und der Kinder auf der Insel Lesbos nichts geändert habe. Was die Betreuung von Flüchtlingen betrifft, habe man in Gallneukirchen bereits viele Erfahrungen gesammelt. Außerdem sei es auch der Wunsch vieler Bürger verschiedener Couleur, sich einzusetzen, so dieser. Desweiteren verfüge man in der Gusenstadt neben dem Know-how auch über die nötigen Quartiere.
Bürgermeisterin: positiv betreffend Aufnahme
Bürgermeisterin Gisela Gabauer weist indes in ihrem Statement gegenüber Tips darauf hin, dass die Aufnahme der Flüchtlinge vor Ort schon in den Jahren zuvor gut funktioniert habe: „Alle Flüchtlinge, die in den letzten Jahren in Gallneukirchen aufgenommen worden sind, haben sich innerhalb kürzester Zeit sehr gut in unserer Stadt eingelebt und sind bestens integriert.“ Sie betont weiters: „Dies ist nicht zuletzt ein großer Verdienst der guten Zusammenarbeit zwischen der Diakonie, GIG, der Stadtgemeinde und den vielen engagierten Gallneukirchnerinnen und Gallneukirchnern, die sich ehrenamtlich um unsere neuen Mitbürger gekümmert haben. Ich stehe daher einer Aufnahme von weiteren Flüchtlingsfamilien in Gallneukirchen uneingeschränkt positiv gegenüber.“


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