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URFAHR-UMGEBUNG. Im Gespräch mit Tips zieht Wetterexperte Christian Nimmervoll Bilanz über den vergangenen Winter, spricht über Schnee im April und wagt einen vorsichtigen Ausblick auf den Sommer.

Auch im Bezirk gab es heuer zu wenig Schnee. (Foto: Wodicka)
Auch im Bezirk gab es heuer zu wenig Schnee. (Foto: Wodicka)

Kein Schnee im November, nur wenige Zentimter im Dezember, knapp 40 Zentimeter im Jänner und kaum Nennenswertes im Februar: Auch in diesem Jahr befindet sich das Mühlviertel laut dem Kirchschlager Christian Nimmervoll von wetter-mühlviertel.at in puncto Schneeausbeute eher im unteren Segment.

Starke Temperaturwechsel

Was die Temperaturen betrifft, so habe es außerdem ein regelrechtes Auf und Ab gegeben. Maßgeblich dafür verantwortlich laut Nimmervoll: der instabile Polarwirbel. „Schon im Jänner gab es um den 11. herum einen kräftigen Kälteeinbruch aus dem Norden, aber genauso konträr sahen dann die Tage um den 22. aus. Denn da gab es bei uns in Kirchschlag ungewöhnlich hohe Werte bis knapp zehn Grad Celsius. Diese Temperaturachterbahn setzte sich im Februar weiter fort“, so der Wetter-Experte. Der Winter sei laut diesem zwar einfallsreich gewesen, einmal mehr habe aber ein stabiles Winterhochdruckgebiet gefehlt.

Sehr warmer Februar

Wie stark die Temperaturen variieren konnten, zeigte etwa der Februar. Während es in diesem zunächst markant abgekühlt hat, wurden gegen Monatsende sogar Temperaturen bis an die 20 Grad erreicht. Nimmervoll: „Es gab im Februar immer schon wärmere Wetterphasen, aber in diesem Februar war das doch wieder anders. Denn es war vom 23. bis zum 26. nicht nur warm, es war sogar sehr warm, fast schon abartig warm. Vielerorts gab es in Österreich mehrmals hintereinander Temperaturen, die im Februar bisher noch nicht gemessen wurden.“

Natur ist zu früh erwacht

Genau das ist laut Nimmervoll ein Problem: Denn die Natur erwachte dadurch viel zu früh, bekam im März einen weiteren Wachstumsschub und „jetzt im April bekommen wir die Rechnung: denn der, für die Jahreszeit nicht ungewöhnliche Frost kann nun der Vegetation richtig wehtun, Stichwort Marillenblüte“, erklärt der Experte, der aber betont, dass Schnee im April an sich nicht ungewöhnlich ist. „Wir wurden in den letzten Jahren einfach nur noch verwöhnt und vergessen viel zu schnell, dass es „früher“ im April im Mühlviertel viel normaler war, wenn es geschneit hat.“ Durchaus beachtlich sei demnach also nicht der Schneefall, „sondern dass es schon ziemlich kalt ist. Aber auch da bewegen wir uns nicht in wirklichen Extrembereichen, denn auch 2003 oder 2013 gab es Tiefstwerte von minus acht oder minus 9 Grad.“

Trockener Sommer

Was eine Prognose betreffend der kommenden Frühlings- und Sommermonate betrifft, zeigt sich Nimmervoll zurückhaltend: „Eine Prognose über mehr als sieben Tage ist einfach nicht seriös und nicht verlässlich.“ Dennoch sehe es momentan danach aus, dass der April wohl leicht zu kühl oder zumindest normal ausfallen werde. Im Mai und Juni dürften sich dann eher zu warme Temperaturen fortsetzen, Langfristmodelle würden aber eher nicht von einem Hitzesommer ausgehen. „Zu warm ja, aber nicht ständig nur heiß. Probleme könnten uns einmal mehr die Niederschläge machen, die tendenziell eher bescheiden ausfallen werden und schon jetzt ist das Regendefizit im Mühlviertel ein Thema.“

Handlungsbedarf

Dass Wetterschwankungen dieser Art auf den Klimawandel zurückzuführen sind, weiß nicht nur Nimmervoll, sondern auch Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder. Er fordert daher zum Handeln auf und mahnt: „Die Klimaforschung geht davon aus, dass diese Extreme weiter zunehmen werden. Der vergangene Winter hat sich für viele sicher seit langem wieder als normaler Winter angefühlt, aber auch dieser war um 1,4 Grad Celsius zu warm. Der Februar heuer war in Österreich im Schnitt sogar um 2,7 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt, obwohl es einige klirrend kalte Tage gab. Seit Jahrzehnten warnt uns die Wissenschaft mittlerweile, dass uns mit der Klimakrise die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte bevorsteht. Alle aktuellen Daten dazu bestätigen die Warnungen der Wissenschaft und zeigen, dass wir uns auf große Veränderungen einstellen müssen.“


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