"Heute höre ich auf mein Herz"
LINZ/PUCHENAU. Auf sein Herz zu hören und sein Selbst zu leben klingt für die meisten als der Sinn des Lebens. Die Umsetzung ist aber einfacher gesagt, als getan. In seinem Buch „Sophia – Der göttliche Mensch“ zeigt Johannes Slacik religionsphilosophisch fundiert auf, wie es geht: „Es kommt wahrlich von Herzen.“

„Die Welt wäre eine bessere, wenn der Mensch nicht von Angst getrieben wäre, sondern auf sein Herz horchen würde“, ist sich der gebürtige Urfahraner sicher, der schon immer die Sehnsucht hatte, sich und den Sinn des Lebens zu verstehen. Seine Antwort fand er nach langen Jahren des Suchens etwa in den Thomas und Maria Magdalena Evangelien und einer Studie von C.G. Jung. „Alles machte plötzlich Sinn. Ich erkannte meinen Sinn des Lebens, die Aufgabe des Menschen und seine notwendige Entwicklung und spürte, dieses mir geschenkte Wissen teilen zu müssen“, so der Universitätsassistent an der JKU.
In seinem Buch gibt er, nach fundierter religionsphilosophischer Betrachtung über das Göttliche im Menschen, den Menschen des 21. Jahrhunderts eine psychologisch heilpraktische Anleitung mit auf den Weg, durch welche der oft leistungsorientierte, materialistische Mensch seinen Weg zu seinem Selbst, zu seinem Herzen finden kann. „Wir haben verlernt auf uns selbst und auf unser Herz zu hören. Angst dominiert uns und damit unser Ego und nicht die Seele, welche als einzige weiß, was wir brauchen, um ein glückliches und gesundes Leben führen zu können“, so der 46-Jährige, der heute in Puchenau lebt.
„Ich stand mir selbst im Weg und erkannte es nicht“
Zur Veranschaulichung gibt Slacik nicht nur Geschichten seiner Klienten sondern auch viel Persönliches preis. „Ich habe selbst über 20 Jahre wöchentlich 80 Stunden gearbeitet, um der Beste zu sein, Anerkennung zu bekommen und den hohen Anspruch zu genügen, den ich glaubte erfüllen zu müssen. Als unbewusste Konsequenz begleitete mich eine Unmenge an Alkohol und ich bemerkte nicht, wie ich mich von einem glücklichen, zufriedenen Leben entfernte, schließlich verdiente ich ja viel. Ich stand mir selbst im Weg und erkannte es nicht. Manchmal gibt es aber auch Momente da fühlen wir was gut für uns ist und tun es trotzdem nicht, weil es vielleicht peinlich ist, weil wir nicht an uns glauben oder wir Angst haben, dass es eine Fehlentscheidung sein könnte.“
Die Erkenntnisse in diesem Buch haben auch sein Leben verändert. „Ich horche auf mein Herz. Das hört sich vielleicht primitiv leicht an, aber ich glaube, uns ist gar nicht bewusst, wie oft wir Entscheidungen aus Angst und Unsicherheit treffen und nicht nach unserem Herzen. Dabei geht es doch schließlich um mich. Seit ich Herzensentscheidungen treffe, bin ich viel freier geworden, ich erkenne mich selbst und weiß was gut für mich ist. Wo ich mich bis vor ein paar Jahren noch Suchender war, so bin ich seit über einem Jahr im Flow, erlebe die schönste Zeit in meinem Leben und wachse dabei immer noch.“
Selbst die Entscheidung, dieses Buch zu schreiben, war eine Herzensvision. Auf die innere Frage nach seiner Zukunft, sah er sich im Hörsaal stehen aber auch Bücher signieren. „Es könnte nicht treffender sein. Das Buch handelt von genau dem, von dem ich angeregt wurde, das Buch überhaupt erst zu schreiben: einer Herzensvision.“


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