„Verpachten ist auch nicht immer ein Allheilmittel“
HAIBACH IM MÜHLKREIS. Nicht nur im Burgenland, in der Südsteiermark oder in der Wachau gibt es in Österreich eine Weinernte. Dass Letztere auch im rauen Mühlviertel möglich ist, beweist der in Haibach ansässige Biobauer Martin Sailer.

Drähte, Pflöcke, Zäune und volle Weinreben: Sie deuten im Bereich des „Sailergut in Blaßberg“ in 650 Meter Seehöhe in der Gemeinde Haibach im Mühlkreis auf eine solche hin. Der Besitzer dieser ist der Haibacher Biobauer Mathias Sailer. Er hat sich mit viel Engagement an den Weinbau herangewagt. Denn: Sein Betrieb ist viehlos und so suchte er nach Alternativen für die Bewirtschaftung von Grund und Boden. „Verpachten ist auch nicht immer ein Allheilmittel“, sagt der zielstrebige Jungbauer und hauptberufliche Gartengestalter.
Weinbau etablieren
Also galt es für den Haibacher, Alternativen zu finden. Diese sollten aber auch Spaß machen. „Ich will in unserer sonnigen Gegend den Weinbau etablieren und ausbauen“, so der Neowinzer. Mit den „importierten Setzlingen“ aus dem Burgenland – konkret rote und weiße kernlose Speisetraubensorten –, die er 2017 pflanzte, stellen sich nun die ersten Erträge ein. Gemeinsam mit Freundin Birgit Danner verbrachte er somit viele Stunden und Tage im Weingarten, um die süßen Trauben zu ernten. Aus dem Ertrag soll vorerst allerdings nur Traubensaft für den Eigenbedarf produziert werden. Ziel sei es aber, die Anbaufläche auszuweiten und vielleicht einmal in die Biorosinenproduktion einzusteigen. Für das Ausüben des Winzerberufs, also der Erzeugung von Wein, wäre es aber noch ein weiter Schritt. „Die Lage ist herrlich nach Süden ausgerichtet und auch der sandige Boden passt – aber für professionellen Weinbau müssten wir auch viele Qualitätskriterien erfüllen und der Beitritt zum Weinbauverband müsste erfolgen.“


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