Weniger oft aber doch bebt die Erde auch im Bezirk Urfahr-Umgebung

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Victoria  Preining Tips Redaktion Victoria Preining, 25.01.2022 09:58 Uhr

ASCHACH/BEZIRK URFAHR-UMGEBUNG. Gleich mehrere Male bebte die Erde vergangene Woche, auch im Bezirk war dies deutlich spürbar. Tips hat das zum Anlass genommen, um sich mit Anton Vogelmann, Seismologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), über das Phänomen Erdbeben zu unterhalten.

Bereits in der Nacht auf den 15. Jänner gab es im Raum Aschach ein leichtes Beben der Stärke 2,9. Nur wenige Tage später, am 18. Jänner, folgten zwei weitere: Dabei erreichte jenes um 18.35 Uhr laut ZAMG eine Magnitude von 3,2. Wenige Stunden später folgte erneut ein Beben mit einer Stärke von 3,1. Das Epizentrum lag in beiden Fällen nordöstlich von Aschach an der Donau, bei St. Gotthard und war dementsprechend auch im Bezirk Urfahr-Umgebung zu spüren. So etwa in Rottenegg und in Gramastetten. Dies schilderte auch eine Tips-Leserin aus Rottenegg (Gemeinde St. Gotthard): „Es war echt laut, der Boden hat vibriert“. Zuletzt gab es außerdem ein weiteres Beben in den Abendstunden des 24. Jänners, dieses Mal allerdings nur mit einer Stärke von 2,3.

Nur alle sieben Jahre

Dass jene Beben vergangene Woche ein besonderes Ereignis für die Menschen in der Region waren, ist auch für den Experten, Anton Vogelmann, Seismologe bei der ZAMG, nicht verwunderlich. Denn diese kommen in der Region nicht so oft vor: „Gerade für OÖ ist das doch ein Ereignis, was nur alle sieben Jahre stattfindet. Also im langjährigen Durchschnitt, wenn man es zum Beispiel über 30 bis 50 Jahre betrachtet, dann kommt durchschnittlich alle sieben Jahre so ein Erdbeben vor. Zum Vergleich: schwächere Beben kommen aber drei bis vier Mal pro Jahr in OÖ vor.“ Gefährlich waren diese übrigens nicht, sagt Vogelmann, aber: „Man hat es deutlich verspürt, vor allem in der Nähe des Epizentrums, da wackelt es dann schon ein bisschen und man merkt das schon recht heftig.“

Kontinentalplatten sind die Auslöser

Aber wie kommt es überhaupt zu dem Phänomen Erdbeben? Dabei handelt es sich um einen Vorgang, der sich in mehreren Kilometern Tiefe in der Erdkruste abspielt. „Schuld“ an Erdbeben sind in Europa konkret die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatte, die gegeneinandergeschoben werden. Ein Vorgang, bei dem Spannung entsteht. „Wenn diese Spannung die Reibungskraft überschreitet, dann rutscht das plötzlich ruckartig. Und diese ruckartige Bewegung ist dann das Erdbeben“, erklärt der Seismologe.

Das markanteste Zeichen für diese Kollision sind übrigens die Alpen beziehungsweise im Mittelmeerraum der Vulkanismus. Dort liegt auch die direkte Kollisionslinie, weswegen hier auch die stärksten Erdbeben bezogen auf Europa stattfinden. Denn: Je weiter man von der direkten Grenze zwischen den beiden Kontinenten wegkomme, desto schwächer würden die Erdbeben ausfallen, weil auch die Spannungen schwächer werden, so der ZAMG-Experte.

Lage kommt OÖ und dem Bezirk zugute

Ein Vorteil für das Land ob der Enns – vor allem für den Teil nördlich der Donau – und auch der Grund, warum Erdbeben hier eher selten vorkommen. „OÖ ist doch schon wieder um einiges nördlicher der Alpen und dadurch baut sich dann dort weniger Spannung auf, entsprechend schwächer sind im Allgemeinen dann die Erdbeben“, so der Seismologe. Einen Unterschied zum Rest von Österreich gibt es außerdem noch: Beben hierzulande finden laut Vogelmann relativ oberflächennah, oft nur in drei, vier Kilometern Tiefe, statt. So auch vergangene Woche. Ein Grund, warum diese so deutlich vernehmbar waren. Zum Vergleich: Im Durchschnitt finden die meisten Erdbeben in Österreich in acht bis zwölf Kilometern Tiefe statt.

Keine Zeichen für mehr Erdbeben in der Region

Ob sich die Mühlviertler in Zukunft auf mehr derartige Ereignisse einstellen müssen? Vogelmann sagt nein: „Dafür gibt es keine Zeichen.“

Vorsorge-Tipps

Dennoch ist es wichtig, im Fall der Fälle zu wissen, was zu tun ist. Nicht nur für zuhause, sondern auch für Reisen. Deswegen beschäftigt sich auch der OÖ Zivilschutzverband mit dem Thema und gibt Tipps in puncto Vorsorge und richtigem Verhalten. So sollten zur Vorsorge alle Gebäude in gutem Zustand gehalten werden: Schornsteine, Balustraden, Dachrinnen und Ähnliches sollten in Ordnung gehalten werden. Schwere und kippende Möbel sollten stets gut verankert und schwere Bilder und Regale niemals über dem Bett montiert und auch Wasserboiler gut befestigt werden. Auch wird dazu geraten, sich die Lage des Hauptschalters und der Absperrventile einzuprägen und Notgepäck immer griffbereit zu halten.

Richtiges Verhalten

Während einem Beben sei es wichtig, nicht ins Freie zu laufen. Personen, die sich schon draußen befinden, sollten andererseits dort bleiben und einen Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Freileitungen einhalten. Aufzüge sollten nicht benützt werden und man sollte Fenstern fernbleiben. Schutz bieten neben tragenden Mauern hingegen Türstöcke oder ein stabiler Tisch. Nach einem Beben sollten offene Feuer (Kerzen, Kamin) gelöscht, der Strom mit dem Hauptschalter ausgeschalten und Haupthähne von Gas und Wasser geschlossen werden. In weiterer Folge sei es wichtig, Schäden am eigenen Haus zu überprüfen und einsturzgefährdete Gebäude sofort zu verlassen. Häuser sollten erst nach offizieller Entwarnung wieder betreten werden.

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