Aufregung um "trockene" Quelle
BAD LEONFELDEN. Des einen Leid, des anderen Freud - das trifft auch auf die nun aufgelöste „Wasserentnahme-Stelle“, besser bekannt als „Thim-Quelle“, am Fuße des Sternsteins zu. Die Anrainer sind froh, dass Maßnahmen gesetzt wurden. Die „Wasser-Touristen“ allerdings finden diesen Schritt alles andere als lustig.

„Wir waren hier in der Vergangenheit mit einem Wasser-Tourismus konfrontiert. Wasser steht jedem zu, eh klar, aber da wurden Orgien zelebriert und der Müll einfach achtlos in die Wiese und den Wald geworfen“, spricht Marco Andres aus Erfahrung. Er wohnt mit seiner Familie direkt neben der Thim-Quelle, die als Wasserentnahme-Stelle so nun nicht mehr existiert. „Wir sind extra von Linz hier aufs Land gezogen, weil wir die Natur und Ruhe schätzen. Doch was wir Anrainer und Nachbarn in den letzten Wochen und Monaten ertragen mussten, war unglaublich“, betont der 33-jährige Familienvater. Achtlos weggeworfener Müll - Zigaretten, Alkoholflaschen, Jausenpapier - und Exkremente verunreinigten nicht nur den Platz der Quelle, sondern auch die angrenzenden Grundstücke. „Party bis in die Nacht hieß es hier zeitweise, angeblich weil das Wasser aus der Thim-Quelle heilig sein soll. Doch es handelt sich dabei unter anderem auch um einfaches Drainage-Wasser“, muss der Grundstücks-Nachbar schmunzeln. Mit den normalen Freizeitnutzern aus der Region - etwa Reiter, Wanderer, Radfahrer - gab es de facto keine Probleme: „Diese machten die fanatischen Wasser-Verehrer, die mit ihren fetten Autos aus Wels, Linz, Amstetten aber auch aus Wien her gepilgert sind“, sagt Andres.
Zustand untragbar
„Fakt ist allerdings, dass wir nicht nur mit der Verunreinigung konfrontiert waren, sondern vor allem im Winter auch damit, dass die Autos der Wasser-Touristen reihenweise im Schnee stecken geblieben sind. Auch das Bankett entlang der Straße wurde beschädigt“, rechtfertigt Thomas Wolfesberger, Bürgermeister von Bad Leonfelden, den Schritt, die Quelle zu „entfernen“.
Lokalaugenschein
Beim „Tips“-Lokalaugenschein bestätigte sich vor Ort der Ansturm, Massen an Autofahrern aus diversen Bezirken wollten das „heilige Mühlviertler-Wasser“ abzapfen. Allerdings vergebens: „Schade, dass die Thim-Quelle weg ist“, so der eindeutige Tenor der „Wasser-Pilger“. Sie sind verärgert, doch ihr Umgang mit dem Platz hat schlussendlich zur Schließung geführt“, sind die Anrainer überzeugt


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