Gallneukirchner als Wirtschaftsdelegierter der WK in Abu Dhabi erfolgreich im Business

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Mag. Jacky Stitz Tips Redaktion Mag. Jacky Stitz, 09.08.2022 13:44 Uhr

GALLNEUKIRCHEN/ABU DHABI. Der Gallneukirchner Andreas Pfleger gibt beruflich Vollgas in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der 34-Jährige lebt seit mehr als einem Jahr mit seiner Gattin Silvia in der 1,45-Millionen-Einwohner-Metropole, fernab vom Mühlviertel und kümmert sich dort als Wirtschaftsdelegierter um die Agenden der WKO Außenwirtschaft.

Tips: Wie lange sind Sie schon in Abu Dhabi?

Pfleger: Gemeinsam mit meiner Frau lebe ich exakt seit 1. Februar 2021 hier. Wir sind damals direkt von Südafrika, meinem früheren Einsatzort für die Außenwirtschafts Austria, in die Vereinigten Arabischen Emirate übersiedelt. Meine Gattin Silvia und ich sind gemeinsam hier in den VAE. Sie ist in Tegucigalpa, Honduras geboren und kam zum Architekturstudium an die TU Wien nach Österreich. Kurz vor Beginn meiner Karriere bei der WKÖ haben wir uns in Wien kennengelernt. Nach rund drei Jahren Fernbeziehung während des Abschlusses ihres Studiums an der TU Wien sind wir sehr froh, nun gemeinsam an einem Ort zu leben.

 Wie kamen Sie beruflich in die Vereinigten Emirate?

Pfleger: Auf dem Karriereweg zum WKÖ-Wirtschaftsdelegierten verbringt man als WKÖ-Wirtschaftsdelegierter-Stellvertreter, nach einem Ausbildungsjahr in der WKÖ Zentrale in Wien, dreimal drei Jahre an unterschiedlichen Außenwirtschafts-Center auf der ganzen Welt. Nach Kyjiw (Ukraine) und Johannesburg (Südafrika) ist Abu Dhabi (VAE) nun mein dritter Einsatzort als WKÖ-Wirtschaftsdelegierter-Stellvertreter

Was machen Sie dort konkret?

Pfleger: Die Außenwirtschaft Austria ist die Internationalisierungs- und Innovationsagentur der österreichischen Wirtschaft. Wir unterstützen österreichische Firmen bei ihrer Marktbearbeitung in allen Belangen. Sei es bei der Suche nach neuen Kunden, Partnern oder Lieferanten, Informationen zu Recht und Steuern, wertvolle Kontakte zu lokalen Experten und Dienstleistern – wir sind in allen Fragen erster Anlaufpunkt für Österreichs Firmen in aller Welt. Die Außenwirtschafts-Center sind immer da, wo unsere Mitgliedsfirmen uns brauchen. An die 570 Experten in rund 100 Stützpunkten auf fünf Kontinenten und 145 Fachleute im Inland halten Länderinformationen, Branchenwissen und Partnernetzwerke für unsere österreichischen Mitgliedsfirmen bereit.

Wie sehen Ihre Aufgaben dabei konkret aus?

Pfleger: Meine Hauptaufgabe ist es, Österreichs Unternehmen mit Interesse an den VAE individualisiert und bestmöglich zu unterstützten. Ich bearbeite täglich Fragen zu Firmengründung und Steuern in den VAE, unterstütze bei der Suche nach Kunden und Partnern in allen Sektoren, informiere zu Veränderungen in den VAE (zum Beispiel wurde mit Ende 2021 mit nur sechs Wochen „Vorwarnung“ die Arbeitswoche von Sonntag bis Freitag auf Montag bis Freitag geändert; für Juni 2023 wurde die Einführung einer 9-Prozent-Steuer auf Unternehmensgewinne angekündigt) und habe immer ein offenes Ohr für spannende Anfragen (etwa auch Zuchtfalken aus Österreich sind in den VAE, wo die Falknerei kulturell tief verankert ist, sehr beliebt). 

Das Außenwirtschafts-Center Abu Dhabi besteht aus insgesamt acht Personen inklusive dem Wirtschaftsdelegierten und mir als Stellvertreter. Dazu kommt unsere Kollegin in Maskat, Oman, für den wir von Abu Dhabi aus auch zuständig sind. Des Weiteren haben wir einen Konsulenten in Karachi, Pakistan, das ebenso in unserer Verantwortung liegt.

Wie viele Firmen aus unserem Land vertreten Sie dort?

Pfleger: Aktuell gibt es etwa 150 niedergelassene österreichische Unternehmen und Einzelpersonen mit Firmenlizenz in den VAE. Weitere rund 300 Unternehmen sind über Agenten bzw. Vertriebspartner aktiv. Aus Oberösterreich sind tolle Unternehmen wie Fronius, Rosenbauer, Power Horse Energy Drinks, Silhouette und Voestalpine Schienen in den VAE vertreten.

Wie ist bis dato Ihr beruflicher Werdegang verlaufen?

Pfleger: Ich habe in die Linz International School Auhof (LISA) besucht und dort meine Faszination für die weite Welt entdeckt. Nach der Matura und Abschluss des International Baccalaureate (IB) habe ich meinen Bachelor Wirtschaftsstudium im Südwesten von England an der University of Exeter absolviert. Danach habe ich in Wien bei einer PR und Event Agentur gearbeitet und berufsbegleitend mein Masterstudium in International Business und Export Management (jetzt weiterentwickelt zu International Business an Economic Dipolmacy) absolviert und durch einen weiteren Studiengang im Südosten von Schweden (Linnaeus University, Kalmar) ergänzt. Nach Abschluss meiner Masterstudien habe ich mich für das Traineeprogramm der Außenwirtschaft Austria beworben und nach dem Ausbildungsjahr in der WKÖ Zentrale meinen Karriereweg im Ausland begonnen. Hier muss ich auch erwähnen, dass weder mein Bildungsweg noch meine Entscheidung die weite Welt kennenlernen zu wollen, ohne die unermüdliche Unterstützung und Geduld meiner Eltern, Walter und Brigitte, möglich gewesen wäre. Egal ob motivierende Worte in anstrengenden Momenten in unbekannten Umgebungen oder positive Erinnerung an Urlaubsreisen als Familie – ohne meine Eltern wäre ich nicht dort, wo ich heute bin.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?Pfleger: Ich reise sehr gerne und liebe es, neue Kulturen kennen zu lernen. Egal ob die Campingtouren in den endlosen Dünenlandschaften der VAE, die artenreiche Tierwelt der südafrikanischen Safaris oder die reichhaltige und faszinierende Kultur und Geschichte der Ukraine: bisher konnte ich auf jedem meiner Dienstorte eine neue Welt kennenlernen, Freunde fürs Leben gewinnen und bei jedem Einsatz mehr über die so vielseitige österreichische Unternehmenslandschaft lernen. 

Kommen Sie denn zurück in Ihre ursprüngliche Heimat Oberösterreich?Pfleger: Abu Dhabi ist unser zu Hause außerhalb von Österreich. Wir leben das ganze Jahr über hier, kommen jedoch jedes Jahr ein oder zwei Mal zurück nach Österreich und genießen es dann besonders, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. 

Was vermissen Sie am Mühlviertel am meisten? Pfleger: Am meisten vermissen meine Frau und ich die frische Luft und das abwechslungsreiche Wetter im Mühlviertel. Abgesehen davon gibt es auch einige kulinarische Highlights - da fällt mir gleich eine Leberkässemmel oder ein Kornspitz mit Putenpikant-Wurst ein. Dies genießen wir bei jedem Mühlviertel-Besuch immer wieder gerne.

Was mögen Sie an Abu Dhabi am Meisten?Pfleger: Am besten gefällt mir, dass man in Abu Dhabi Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen kann. Die VAE sind ein wahrer „melting pot“ (übersetzt: Schmelztiegel), der spannende Personen aus allen Ländern der Welt zusammenbringt. Besonders wertvoll sind die tollen Reisetipps, die man so für de facto die gesamte Welt sammeln kann.

Worin liegen die größten Unterschiede zwischen Österreich und den VAE in puncto Arbeitswelt, Gesellschaft, Kultur – aus Ihrer persönlicher Erfahrung?Pfleger: Ein großer Unterschied zwischen den VAE und Österreich ist, dass Emiratis (Staatsbürger der VAE) nur rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes ausmachen. Dies führt zu global fast einzigartigen Strukturen und Herausforderungen. Das positive ist, dass man Menschen, Kulturen, kulinarisches und Sichtweisen aus der ganzen Welt in den VAE kennenlernen kann. Dies hat auch Einfluss auf die Arbeitswelt, und Englisch ist in den VAE Arbeitssprache Nummer eins. Die historischen Stadtzentren und lokal stark verankerte Architektur Österreichs, werden uns aber wohl für immer von den VAE unterscheiden.

 Wollen Sie denn für immer dort bleiben? Pfleger: Ein längerer Aufenthalt in den VAE ist aufgrund des Karriereweges bzw. des Rotationsprinzips in unserem Beruf als WKÖ Wirtschaftsdelegierte-Stellvertreter ja ohnehin ausgeschlossen. Auch wenn das häufige Übersiedeln eine administrative, logistische und persönliche Herausforderung ist, bin ich auch dankbar dafür. Der Abschied von Freunden und dem gewohnten Umfeld kostet immer Kraft, aber es gibt viele spannende Orte auf dieser Welt zu entdecken. Meine Frau und ich genießen diese immerwährende Veränderung und gehen immer mit Freude und Elan in ein neues Abenteuer, wohin auch immer es hinführt. 

Welche Chancen gibt es für Oberösterreich in den VAE?Pfleger: VAE bieten viele Chancen für motivierte, weltoffene Menschen und Unternehmen. Aus der Sicht der Sektoren sehen wir in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittel, eCommerce, Sicherheitstechnologie und Digitalisierung im Allgemeinen neben dem Bereich der Erneuerbaren Energie und Umwelttechnologie die größten Geschäftschancen. Wichtig ist aber auch sich daran zu erinnern, dass die VAE und der Mittlere Ostern anders Ticken als Österreich und die EU. Um Chancen in den VAE verwerten zu können, braucht es Geduld, Einsatz und den Willen, persönliche Beziehungen aufzubauen.

 

Was können Mühlviertler von Unternehmer in Abu Dhabi lernen - und umgekehrt, gibt es da auch was?Pfleger: Von Abu Dhabi können wir lernen, wie viel bewegt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Entwicklung der VAE als Nation seit der Staatsgründung im Jahr 1951 ist bemerkenswert. Was die VAE vom Mühlviertel lernen können ist, dass Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit einen enormen Wert haben – egal ob bei Lebensmitteln, Ausbildung, Technologien oder Energieversorgung.

Wie viele Sprachen sprechen Sie bzw. welche kommen in Abu Dhabi zum Einsatz?

Pfleger: Ich spreche neben Deutsch noch Englisch, Spanisch und Französisch. Englisch ist in den VAE Standardsprache im Geschäftsleben, mein Spanisch kommt in den VAE dank einer Bekannter und Freunde aus dem lateinamerikanischen Raum doch immer wieder zum Einsatz. Und Deutsch natürlich täglich in der Betreuung unser österreichischen Mitgliedsfirmen.

 

Wie würden Sie selbst kurz Ihre Erfahrungen in Abu Dhabi zusammenfassen?Pfleger: Mein Leben und meine Arbeit empfinde ich als ewigen Lern- und Wachstumsprozess. Die Welt in all ihrem Fassettenreichtum - kombiniert mit der österreichischen Unternehmenslandschaft - bieten mir jeden Tag die Möglichkeit, neue Kulturen, Technologien, Verfahren und Zugänge kennenzulernen. Ich lerne jeden Tag neue Dinge und freue mich, die Erfolge österreichischer Unternehmer in aller Welt begleiten und unterstützen zu dürfen.

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