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GALLNEUKIRCHEN. Regionaler Kultur-Schock: Das Klangfestival in Gallneukirchen muss heuer aussetzen. Grund dafür ist die überraschend bevorstehende Schließung des Hotels Waldheimat, welches für die Durchführung des Events als Unterkunft für Künstler, Mitarbeiter und Gäste jedoch unverzichtbar ist. Es ist auch das einzige Hotel der Stadtgemeinde. Mit Ende Juni hat Gallneukirchen dann keines mehr – Tips berichtete.

Thomas Auer plant derzeit samt Team schon das Klangfestival für 2026. (Foto: Ella Kronberger)
  1 / 4   Thomas Auer plant derzeit samt Team schon das Klangfestival für 2026. (Foto: Ella Kronberger)

„Das Klangfestival ist seit 2008 ein großes Event in Gallneukirchen. Heuer hätten wir es zum 15 Mal durchgeführt. Nur die Corona-Pandemie ließ uns mal zwangspausieren“, so Festival-Sprecher Thomas Auer im Tips-Talk. Angesetzt war das Spektakel für den 4. und 5. Juli, das Programm stand bereits, der Ticketverkauf hatte begonnen. 40 Künstler und 20 Programmpunkte – etwa Konzerte und Performances – hätten dabei im Sommer zwei Tage lang Gallneukirchen zum Beben gebracht. Hätten. Doch daraus wird jetzt einmal nichts. „Denn ohne geeignete Unterbringungsmöglichkeiten lässt sich die Veranstaltung organisatorisch und finanziell nicht realisieren. Diese Entwicklung trifft uns hart“, so Auer, der weiter ausholt: „ Das Klangfestival Gallneukirchen hat sich als fixer Bestandteil in der österreichischen Kunst- und Kulturszene etabliert.“ Es sei die Vorgehensweise, die Auer sauer aufstößt: „Wir haben schon im Sommer 2024 die Hotelzimmer für das Festival gebucht, Ende Jänner erhielten wir via E-Mail die Absage seitens des Hotels. Und das sperrt zwei Wochen vor dem Festival zu. Das verstehen wir nicht. So spontan findet man in der Nähe für so viele Leute einfach nichts.“ Auer ergänzt: „Die Schließung des Hotels hat weitreichende Auswirkungen. So leider auch auf unseren Event.“

Aber jetzt ist einmal die Zwangspause angesagt. Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht: „Wir haben im Team alle Szenarien durchgedacht, stunden- und wochenlang überlegt, nach Lösungen gesucht. So kurzfristig ging es dann leider nicht anders“, berichtet Auer. Die Künstler, Partner und Agenturen zeigen sich zwar allesamt verständnisvoll, „aber in Gallneukirchen selbst herrscht über die Vorgehensweise des Diakoniewerks schon ein großer Unmut seitens der Bevölkerung“, schildert Auer. Jetzt aber konzentriere man sich voller Energie auf das neue Konzept für 2026: „Da findet das Klangfestival sicher statt. Wir planen und organisieren schon fest, auch wo man die Künstler unterbringt. Denn wir haben ja internationale Gäste dabei, die vom Flughafen zum Sound-Check vor Ort müssen, da muss die Lage der Unterkunft gut durchdacht sein. Sonst bleibt zu viel Zeit auf der Strecke.“

Trotz der Enttäuschung gibt es positive Lichtblicke: Bis 2026 sind bereits einige Events geplant, darunter ein Konzert von Marc Ribot am 18. März und die Klangmovie-Night am 12. April.

Statement des Gallneukirchner Bürgermeisters Sepp Wall-Strasser dazu: „Die Absage des über die Bezirksgrenzen hinaus bekannten Festivals ist eine natürliche Folge der Schließung des Hotels Waldheimat. Die Absage und die Schließung - beides trifft unsere Stadtgemeinde wirklich hart. Ich persönlich finde beides sehr schade.“

Statement des Diakoniewerks zur Hotel-Schließung

Seitens des Diakoniewerks, Betreiber des Hotels Waldheimat, heißt es: „Wir bedauern sehr, dass das Klangfestival nicht stattfinden kann. Die Entscheidung zur Schließung unseres Hotels wurde keinesfalls leichtfertig getroffen. Nach intensiven Überlegungen hat sich die Geschäftsleitung für den Zeitpunkt der Schließung mit Ende Juni 2025 entschieden. Uns ist bewusst, dass dies Auswirkungen auf verschiedene Veranstaltungen hat. Es gab Gespräche nach dem Festlegen des Schließungszeitpunktes dazu mit dem Bürgermeister sowie dem Veranstalter des Klangfestivals, um mögliche Alternativen zu finden. Die angedachten Optionen konnten jedoch nicht umgesetzt werden. Wir schätzen das Klangfestival als wichtige kulturelle Veranstaltung und möchten betonen, wie leid es uns tut, dass die Veranstalter zu dieser Entscheidung gekommen sind. Gleichzeitig tragen wir als Sozialorganisation eine hohe wirtschaftliche Verantwortung, die wir nicht außer Acht lassen können.“

Weitere Infos zur Absage und zum Programm für 2026 online: https://klangfestival.at/


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