Mechatroniker (19) aus Ottenschlag will als Alpakazüchter durchstarten
OTTENSCHLAG/HAIBACH. Jonas Fröhlich aus Wintersdorf, Gemeinde Ottenschlag, hat für einen 19-Jährigen eine eher ungewöhnliche Leidenschaft: Alpakas. Seit seiner Kindheit ist er diesen Tieren verfallen. Nun versucht der angehende Mechatroniker, der eine Landwirtschaftsschule in Hagenberg absolviert hat, mit seinen ersten fünf Alpakas auch beruflich Fuß zu fassen.

Was Jonas Fröhlich an Alpakas so besonders findet? „Ihre ruhige und friedliche Art. Sie strahlen eine unglaubliche Gelassenheit aus und schaffen es, einem selbst an stressigen Tagen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Jedes meiner Alpakas hat seinen eigenen Charakter, und genau das macht sie für mich so einzigartig. Ich liebe es, Zeit mit ihnen zu verbringen, sie zu beobachten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Für mich sind sie nicht einfach nur Tiere, sondern ein wichtiger Teil meines Lebens und meines Herzens“, verrät der 19-Jährige im Tips-Gespräch.
Aber alles der Reihe nach: Bereits als zehnjähriger Bub wollte er schon ein eigenes Alpaka haben. Im Haus seiner Eltern in Wintersdorf gab es keinen Platz, daher blieb der Wunsch nach einem eigenen Tier vorerst unerfüllt. Aus dem Kopf gingen ihm die Tiere jedoch nie. Und als sich kürzlich die Gelegenheit bot, die alte Magermüh, ein ehemaliges Wirtshaus in Haibach, zu übernehmen, tat er dies auch. Zuvor war diese Liegenschaft im Besitz von Johann Göweil: „Das ist der Bruder meines Opas. Der hat keine Kinder und freut sich, dass ich dem Haus neues Leben mit den herzigen Alpakas einhauche“, so Fröhlich.
Über Coco und Chanel
Fünf Alpakas mit Stammbaum haben hier nun vor etwas mehr als einem Monat ihr neues Zuhause gefunden. Sie heißen Aro, Jasper, Maxl, Coco und Chanel und sind im Zuchtverband registriert. Mit dem Bau des neuen Stalls haben Jonas Fröhlich und sein Papa Mario bereits im Frühling begonnen. Die zutraulichen Tiere bekommen Gras und Heu zu fressen sowie Wasser. Sie können sich frei im Laufstall bewegen und auch selbst entscheiden, ob sie drinnen bleiben oder hinaus auf die Weide gehen wollen.
„Mein Ziel sind 40 bis 50 Tiere. Platz gibt es hier genug. Und ja, irgendwann würde ich echt gerne im Vollerwerb mit meinen Alpakas arbeiten“, berichtet der junge Mann, der in Linz gerade eine Ausbildung zum Mechatroniker macht. Er ergänzt: „In Langzwettl gibt es noch einen Alpakabetrieb. Aber im Umkreis von 60 bis 100 Kilometer fällt mir sonst kein Züchter ein.“
Jonas Fröhlich: „Alles was möglich ist, ausprobieren“
Erste Produkte aus der Wolle seiner Vierbeiner sind auch schon entstanden, etwa Seifen, Schuheinlagen, Socken und Hauben. Im kommenden Frühjahr übernimmt er die Schur seiner Alpakas dann schon selbst. „Ich möchte mit den Tieren alles, was möglich ist, ausprobieren. Etwa im Hinblick aufs Züchten. Und im Frühling kommt schon der erste vierbeinige Nachwuchs bei mir zur Welt. Und ebenso bei der Alpaka-Faser, also der Wolle, will ich viel versuchen. Es gibt auch schon Gespräche mit möglichen künftigen Abnehmern aus der Region. Geplant ist auch, dass ich bald Wanderungen und Ausflüge mit den Alpakas anbieten kann“, so der 19-Jährige, der momentan mit seinen Tieren ein Leinentraining übt und auch schaut, dass die Alpakas brav und halfterführig bleiben. Er selbst beginnt um 06 Uhr in Linz seine Firma als Mechatroniker. Sein erster Weg nach Dienstschluss führt ihn nicht nach Hause, sondern direkt zu seinen heißgeliebten Vierbeinern: „Dort bin ich dabb bis abends auch mit der Pflege und Versorgung der Tiere beschäftigt.“
Unter dem Namen „Magermüh Alpakas“ plant er seinen künftigen Auftritt. Die Tanten unterstützen ihn gerade bei der Erstellung einer Homepage und der Social Media Accounts.








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