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GALLNEUKIRCHEN. Auf Einladung des Diakoniewerks diskutierten Experten über aktuelle Zugänge und neue Ideen für das Pflege- und Betreuungssystem von morgen. Potenzial sieht man im EU-weiten Pilotprojekt Community Nursing.

Community Nurses unterstützen Menschen im Alter, damit diese möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause führen können. (Foto: Diakoniewerk / Christian Huber)

Für das Diakoniewerk steht fest, dass die Pflege eine Systemänderung braucht. Denn aktuell entscheidet meist der Wohnort über die Verfügbarkeit der Angebote, oft gibt es auch in akuten Fällen wochenlange Wartezeiten und fast alle Angebote setzen erst dann an, wenn schon ein akuter Pflegebedarf eingetreten ist. Oft bleibt daher nur ein Umzug ins Pflegeheim als endgültige Lösung. Mit dem Modell „SING – Seniorenarbeit innovativ gestalten“ will man die Pflege und Betreuung individueller gestalten und die Bedürfnisse der Menschen im Alter in den Mittelpunkt rücken.  

Heimeinzug kann verzögert werden

Ein Konzept, das bereits Elemente von SING aufgreift, ist das von der EU geförderte Pilotprojekt Community Nursing. Seit Anfang 2022 ist das Diakoniewerk österreichweiter Umsetzungspartner und der größte Anbieter dieser Dienstleistungen in sieben Pilotregionen in Österreich. Was machen nun Community Nurses?  Die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräfte führen präventive Hausbesuche und Beratungsgespräche durch, um Menschen im Alter dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld zu leben.

Eine interne Auswertung der Dokumentationsdaten hat ergeben, dass bei 35 Prozent der Klienten der Einzug in ein Altenheim verzögert werden konnte; nur etwa 5 Prozent der bisher von den Community Nurses des Diakoniewerks begleiteten Senioren mussten seit Projektbeginn in ein Pflegeheim einziehen.

Das derzeitige Projekt endet mit Ende 2024. Das Diakoniewerk setzt sich dafür ein, dass auch zukünftig Gelder für dieses Projekt zur Verfügung stehen – denn eine dauerhafte Finanzierung von Community Nursing ist wirksamer und nachhaltiger, als an einzelnen Schräubchen im bereits bestehenden System zu drehen. „Mehr gesunde Jahre in den eigenen vier Wänden bedeuten mehr Lebensqualität für die Menschen und weniger Ausgaben für die öffentliche Hand. Neben der fachlichen Hilfestellung in Pflegeangelegenheiten tragen die Community Nurses mit ihren Angeboten zur sozialen Teilhabe und einem Miteinander im Sozialraum bei“, betont Daniela Palk, Vorständin im Diakoniewerk.


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